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Osteuropäische Länder holen auf

19. August 2019

Osteuropas Wirtschaftsleistung nähert sich dem EU-Durchschnitt an, so ein Bericht der Bundesbank. Insbesondere Rumänien, Lettland und Litauen haben in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht.

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Rumänien Symbolbild Holzwirtschaft
Ein Angestellter arbeitet in einer rumänischen Firma für Furnierholz (Archivbild)Bild: Imago/Westend61

Die osteuropäischen EU-Staaten haben sich den anderen Ländern der Europäischen Union wirtschaftlich weiter angenähert. Dank des zuletzt kräftigen Wachstums hat sich in den östlichen Ländern der Einkommensrückstand zum EU-Durchschnitt spürbar verringert, teilte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht August mit. 

Im Jahr 2018 habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der Ländergruppe 46 Prozent des EU-Mittels erreicht. 2013 seien es noch lediglich 41 Prozent gewesen. Die Bundesbank untersuchte in ihrer Osteuropa-Studie elf Länder. Dazu gehören die Euro-Staaten Slowenien, Slowakei, Estland, Lettland und Litauen sowie Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien.

Bei der Kaufkraft habe beim BIP pro Kopf Rumänien, gefolgt von Lettland und Litauen, in den vergangenen fünf Jahren die größten Fortschritte erzielt. Geringer seien sie in Ungarn, Kroatien, Polen und in der Slowakei ausgefallen. In allen untersuchten Ländern habe sich die öffentliche Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung verringert. Auch die Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland im Verhältnis zum BIP sei fast überall  zurückgegangen.

Blick in die Zukunft

Ein wesentlicher Grund für die größere wirtschaftliche Annäherung war laut Bundesbank die zunehmende Integration der Länder in den europäischen Binnenmarkt und in die Weltwirtschaft. Für mehr Fortschritte sei es aber wichtig, dass die Staaten die Arbeit ihrer Institutionen weiter verbessern. Handlungsbedarf sieht die Bundesbank auch noch bei Regulierung und Rechtstaatlichkeit sowie im Kampf gegen Korruption.

Für Deutschland fällt die Prognose der Bundesbank weniger positiv aus: Eine Rezession sei nicht auszuschließen. "Die deutsche Konjunktur bleibt voraussichtlich auch im Sommer 2019 schwunglos", heißt es in dem Monatsbericht. "Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen." Bereits im Frühjahr war das Bruttoinlandsprodukt nach einem starken Jahresauftakt um 0,1 Prozent gesunken. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

rku/stu (rtr, afp)