Pergamon - Bilder einer antiken Stadt

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Virtueller Stadtrundgang

Das Berliner Pergamonmuseum wird erstmals seit seiner Eröffnung 1930 von Grund auf saniert, der Nordflügel mit dem berühmten Pergamonaltar ist deshalb geschlossen. Bis zur Wiedereröffnung im Jahr 2024 bietet die multimediale Ausstellung "Pergamonmuseum. Das Panorama" Ersatz. Sie ist in einem temporären Bau gleich nebenan untergebracht. Zentrales Element sind 3D Darstellungen der antiken Stadt.

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Skulpturen auf Augenhöhe

Das Ausstellungskonzept entwickelte der in Berlin lebende Künstler Yadegar Asisi in Kooperation mit der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Virtuelle Welten werden um originale Kunstwerke vom Pergamonaltar ergänzt. Viele kann man erstmals aus der Nähe betrachten. Zum Beispiel die großen Skulpturen vom dem Dach des Altares. Auch ein Teil des Telephos-Frieses ist wieder zu sehen.

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Pergamon als Wimmelbild

Von einer Empore können Besucher ihren Blick über das antike Pergamon schweifen lassen. Das von Yadegar Asisi überarbeitete 360° Pergamonpanorama ist das Ausstellungshighlight. Es zeigt die Stadt wie sie 129 n. Chr. zur Zeit des römischen Kaisers Hadrian ausgesehen haben könnte. Dafür belebte der Künstler das Panorama mit zahllosen Alltagsszenen.

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Zeitreise nach Pergamon

40 neue Alltagszenen hat Asisi (rechts im Bild) dem Panorama hinzugefügt. Dafür fand zuletzt im Oktober 2017 ein großes Fotoshooting mit Komparsen statt. In Asisis Pergamon wird philosophiert und debattiert, gelehrt und gefeiert. Auch Opferrituale auf dem Pergamonaltar kommen vor und natürlich ganz alltägliche Marktszenen. Dort hat sich der Künstler eingeschmuggelt - als Gemüseverkäufer.

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Es geht rund

Im Juni 2018 sieht Yadegar Asisi sein Werk zum ersten Mal in voller Größe. Das 360°- Panorama wird montiert. Dazu braucht es den Einsatz von Alpinkletterern. Sie bringen das 104 mal 30 Meter große Bild in der Rotunde des Ausstellungsgebäudes an. Die Vorgängerversion, die 2011/12 im Ehrenhof des Pergamonmuseums zu sehen war, hatte 1,5 Millionen Besucher angelockt.

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Museum auf Zeit

Das Projekt "Pergamonmuseum. Das Panorama" ist in einem Gebäude untergebracht, das nur für diesen Zweck errichtet wurde. Und zwar in Leichtbauweise, es kann jederzeit zurückgebaut werden. Es steht direkt gegenüber der Museumsinsel und soll erst weichen, wenn das Pergamonmuseum wieder eröffnet wird.

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Wegen Sanierung geschlossen

Seit 2014 ist das Pergamonmuseum, der Besuchermagnet der Museumsinsel, wegen Sanierung teilweise geschlossen. Zunächst waren die Bauarbeiten im Nordflügel auf fünf Jahre angelegt. Aber die Wiedereröffnung zieht sich hin, voraussichtlich bis 2024. Das Pergamonmuseum ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes "Museumsinsel“, das fünf Häuser umfasst.

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Das Original

Für ihn wurde das Pergamonmuseum einst gebaut - der Pergamonaltar. Der Steinkoloss mit dem legendären Gigantenfries ist 30 mal 30 Meter groß und mehr als 2000 Jahre alt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er bei Ausgrabungen an der Westküste der heutigen Türkei entdeckt. Der Altar gilt bei vielen Forschern als achtes Weltwunder der Antike.

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Gut verpackt

Dass der kostbare Altar während der Sanierungsphase an Ort und Stelle bleiben muss, erschwert die Bauarbeiten im Pergamonmuseum zusätzlich. Hinter den Abdeckungen messen Sensoren rund um die Uhr Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Sie zeigen auch an, wenn es zu Erschütterungen durch die Bauarbeiten kommt. Was schon einige Male der Fall war. Beschädigungen des Altars hat es aber bisher nicht gegeben.

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Wo alles begann

Wer den Ort besuchen möchte, wo der Pergamonaltar einst gefunden wurde, muss in die heutige Türkei reisen. Etwa 100 Kilometer nördlich der türkischen Hafenstadt Izmir liegt Bergama - das frühere Pergamon, das eines der bedeutendsten Kulturzenten der Antike war. Die Ruinen der Akropolis werden immer noch erforscht. 2016 wurde Bergama in die UNESCO Weltkulturerbeliste aufgenommen.

Die Ausstellung "Pergamonmuseum. Das Panorama" lädt mit Meisterwerken der antiken Metropole, Installationen und einem 360-Grad-Panorama in Berlin zu einer Zeitreise ein.