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Philadelphia Eagles holen den Super Bowl

5. Februar 2018

Ein packender Kampf, ein verdienter Sieger: Die Philadelphia Eagles ringen den großen Favoriten New England Patriots im 52. Super Bowl sensationell nieder. Der Schlüssel zum Erfolg: Mut und Respektlosigkeit.

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Super Bowl LII - Philadelphia Eagles v New England Patriots Jay Ajayi
Durchsetzungsstärker im Laufspiel: Die Eagles ließen den Patriots kaum Zeit zur ErholungBild: Getty Images/Elsa

"Mir fehlen die Worte, das ist ein Traum", stotterte Jay Ajayi und wirkte dabei seltsam abwesend. Der Runningback der Philadelphia Eagles suchte nach Worten und rang sichtlich um Fassung. Dieser Titel kam auch für ihn aus dem Nichts. "Ich bin sprachlos. Das ist der erste Titel für Philadelphia. Wir sind die besten der Welt", konnte er noch auf mehrfache Nachfrage des deutschen ProSieben-Reporters stammeln, dann entschuldigte er sich und verschwand in einer Traube aus feiernden Spielern in Grün und Weiß.

Große Offensivarbeit der Eagles

Die Philadelphia Eagles holten sich wenige Augenblicke zuvor ihren ersten Super-Bowl-Titel. Dank einer ganz starken Offensivleistung gewannen sie die 52. Auflage des Spiels um die Krone in der National Football League (NFL). Sie entthronten damit den Titelverteidiger New England Patriots in Minneapolis/Minnesota am bislang kältesten Super-Bowl-Sonntag in einem offenen Schlagabtausch mit 41:33. 

Super Bowl LII - Philadelphia Eagles v New England Patriots
Brady verliert den entscheidenden Ball - der Quaterback der Patriots kann sich nicht durchsetzenBild: Getty Images

Das Team um Quarterback Nick Foles (29) und Cheftrainer Doug Pederson (50) verhinderte damit den dritten Triumph in Serie der Patriots um Star-Spielmacher Tom Brady und Erfolgscoach Bill Belichik. Foles war erst im Dezember für den verletzten Carson Wentz eingesprungen, nachdem sich der MVP-Kandidat einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Foles blieb wie im Spiel auch auf dem Podest der Siegerehrung cool und sang mit seinen Fans "Fly, Eagles, fly!" Er überzeugte mit präzisen Pässen und hoher Variabilität: Einen Touchdown erzielte er mit einem gut einstudierten Spielzug höchstselbst. 

Rekordspiel mit hohem Unterhaltungswert

Auf der Gegenseite Tom Brady: Der Quarterback der Patriots warf was das Zeug hielt. Der 40-jährige Topstar seiner Sportart erzielte einen Rekordwert an Raumgewinn - und doch reichte es nicht. Denn die Defense der Patriots ließ viel zu viel zu. Übrigens auch die der Eagles: 1151 Yards Raumgewinn erzielten beide Teams zusammen - so viel wie in keinem Finale zuvor. Auch als die Patriots den Spieß kurz vor dem Ende umdrehten und mit einem Zähler in Führung gingen, ließen sich die Eagles nicht aus der Ruhe bringen.

Super Bowl LII - Philadelphia Eagles v New England Patriots Fans
Große Party bei den Fans der Eagles - ihr erster Titel kam überraschendBild: Reuters/J. Kourkounis

Philadelphia zog sein Spiel durch. Die Eagles zeigten sich unbeeindruckt von Bradys Pässen und stellten prompt den Abstand zu den Patriots wieder her. Nach einem finalen Touchdown der Eagles kurz vor dem Ende erzwang die Verteidigung einen Ballverlust bei Brady - und Eagles-Kicker Elliot verwandelte das entscheidende Field Goal. "Ich habe noch nie so ein Team gesehen. Unser Trainer hat einen unglaublichen Job gemacht", lobte Jeffrey Lurie, der CEO des Teams, und stemmte den silbernen Football als erster in den Abendhimmel. "Das ist für die Menschen in Philadelphia", sagte er.

Die Eagles überraschen sich selbst

Der Schlüssel zum Sieg lag in einer simplen Taktik: Die Eagles versuchten erst gar nicht Star-Quarterback Tom Brady aus dem Spiel zu nehmen. Sie ließen ihn passen, was eigentlich tödlich ist. Doch da die Eagles, den Runningbacks der Patriots darauf effizient den Weg versperrten, blieb vieles bei den Patriots Stückwerk. Auf der anderen Seite agierte Eagles-Spielmacher Nick Foles in seinem ersten NFL-Finale ruhig, besonnen und vor allem ziemlich respektlos gegenüber dem dominierenden NFL-Team der jüngeren Vergangenheit. 

"Die Eagles sind besser", analysierte Ex-Patriot Sebastian Vollmer nüchtern und klar bereits während des Spiels. Coach Doug Pederson zitterte da noch. "Ich habe nur noch gehofft, dass dieser letzte Pass von Brady daneben geht", sagte er mit bebender Stimme auf dem Podium bei der Pokalübergabe. Fast schien es da, als hätten die Eagles selbst nicht daran geglaubt, als klarer Außenseiter die Dominanz der New England Patriots zu beenden. Bis sie es einfach taten.