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Radprofi Kämna feiert WM-Triumph

Calle Kops dpa
17. September 2017

Die Straßenrad-WM in Bergen beginnt mit einer kleinen Überraschung. Das Sunweb-Team mit dem deutschen Youngster Kämna gewinnt das Mannschaftszeitfahren. Die Favoriten enttäuschen.

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Radsport Lennard Kämna Zeitfahren (Foto: picture alliance/Augenklick/Roth)
Bild: picture alliance/Augenklick/Roth

Noch ein wenig schüchtern jubelte Youngster Lennard Kämna an der Seite der großen Stars Tom Dumoulin und Michael Matthews. So richtig fassen konnte es der 21-Jährige nicht, dass er mit dem Sunweb-Team die Goldmedaille zum Auftakt der Straßenrad-WM in Bergen in Norwegen gewonnen hatte. Nicht Superstar Chris Froome mit seiner Übermannschaft Sky, und erst recht nicht Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin bestimmten am Sonntag im Mannschaftszeitfahren die Schlagzeilen, stattdessen setzte die deutsche Equipe ihre Erfolgsgeschichte fort.

Die vom niederländischen Giro-Sieger Tom Dumoulin angeführte Sunweb-Formation siegte über 42,5 Kilometer mit einem Vorsprung von 8,29 Sekunden auf die US-amerikanische BMC-Mannschaft. Den dritten Platz belegte 22,35 Sekunden zurück Sky. Martin fuhr indes mit Katusha nur auf den neunten Platz, eineinhalb Minuten betrug der Rückstand auf Sunweb.

"Das ist verrückt. Wir sind geflogen. Die Mannschaft war so homogen, alles hat funktioniert", schwärmte Taktgeber Dumoulin, der auch zu den Favoriten beim Einzelzeitfahren am Mittwoch zählt. "Dass wir schneller als Sky sind, war schon der Wahnsinn und dann kam auch nicht BMC heran", ergänzte Dumoulin.

Krönung der Saison

Spannend hat es Sunweb gemacht, erst auf den letzten Kilometern holte das Team die entscheidenden Sekunden gegenüber BMC heraus. Auch deswegen, weil alle sechs Fahrer bis zum Schluss zusammenblieben. Auch der Zeitfahrspezialist Kämna hatte seinen Anteil. Für ihn ist es bereits der zweite WM-Titel. 2014 hatte er in Ponferrada Gold bei den Junioren gewonnen.

Für Sunweb ist es die Krönung einer herausragenden Saison: Beim Giro holte Dumoulin den Gesamtsieg, bei der Tour gewannen Matthews und Warren Barguil vier Etappen und das Sprint- bzw. Bergtrikot. Und jüngst bei der Vuelta fuhr Wilco Kelderman auf einen überraschenden vierten Gesamtrang.

Zu wenig von Martin

Für Martin gab es dagegen mit Katusha nichts zu holen, dafür war das Team nicht stark genug. Im vergangenen Jahr hatten Martin und Landsmann Marcel Kittel mit dem belgischen Quick-Step-Team noch den Titel bei der WM in Doha gewonnen. Kittel wurde in diesem Jahr von seinem Radrennstall nicht für die WM nominiert. Im nächsten Jahr fährt der diesjährige fünfmalige Tour-Etappensieger wieder an Martins Seite bei Katusha. Eine schlechte Nachricht hatte die deutsche Mannschaft schon vor dem WM-Auftakt ereilt. Kapitän John Degenkolb muss für das Straßenrennen am 24. September passen. Er laboriert immer noch an den Folgen einer Bronchitis.

Bei den Frauen hat unterdessen das deutsche Team Cervelo-Bigla Bronze gewonnen. Das Team um die drei deutschen Fahrerinnen Stephanie Gaumnitz, Lisa Klein und Clara Koppenburg hatte am Ende einen Rückstand von 28,03 Sekunden auf die siegreiche niederländische Mannschaft Sunweb. Titelverteidiger Boels Dolmans aus den Niederlanden lag auf Platz zwei 12,43 Sekunden zurück.

ck/to (dpa)