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Protest der Regierungsanhänger

10. Mai 2014

Einen Tag nach der Opposition sind nun die Regierungsanhänger auf die Straße gegangen. Die Rothemden versammelten sich am Rand von Bangkok, um gegen die Absetzung von Regierungschefin Yingluck Shinawatra zu protestieren.

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Rothemden protestieren in Bangkok (Foto: reuters)
Bild: Reuters

Im Kampf um die politische Macht in Thailand haben sich zehntausende rivalisierende Demonstranten in Bangkok versammelt. Die Regierungsanhänger, Rothemden genannt, kamen am nördlichen Stadtrand zu einer Kundgebung zusammen.

Sie protestieren dagegen, dass Regierungschefin Yingluck Shinawatra diese Woche wegen Verfassungsbruchs vom höchsten Gericht des Landes des Amtes enthoben wurde. Rothemden-Anführer Jatuporn Promphan (Artikelbild Mitte) rief dazu auf, friedlich zu bleiben und Gewalt zu verhindern. Die Regierungsanhänger wollten am Stadtrand bleiben und nicht in die Innenstadt marschieren.

Opposition im Aufwind

Die Opposition hatte das Gerichtsurteil gegen Yingluck zum Anlass genommen, ihrer Forderung nach einem kompletten Regierungswechsel neuen Nachdruck zu verleihen. Seit Freitag belagern Oppositionanhänger Regierungsgebäude und mehrere Fernsehsender im Zentrum von Bangkok. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot von 15.000 Mann im Einsatz. Bislang blieb die Lage ruhig.

Regierungsgegner marschieren zum Regierungssitz in Bangkok (Foto: Reuters)
Anhänger der Opposition protestieren seit Freitag im zentrum von BangkokBild: Reuters

Das Verfassungsgericht hatte Yingluck am Mittwoch wegen Machtmissbrauchs zum Rücktritt gezwungen. Das Gericht legte ihr zur Last, den Chef des Nationalen Sicherheitsrats versetzt zu haben, um einen ihrer Verwandten zu begünstigen. Auch neun Minister mussten ihre Posten räumen. Allerdings können diejenigen Ressortchefs im Amt bleiben, die nach Ansicht der Juristen nicht in die Affäre verwickelt waren.

Marionettenregime?

Die Opposition betrachtet Yingluck als Marionette ihres Bruders Thaksin Shinawatra. Dieser war 2006 vom Militär gestürzt worden und lebt im Exil, um einer Gefängnisstrafe wegen Machtmissbrauchs zu entgehen. Seit November kommt es in Thailand immer wieder zu Protesten gegen die Regierung und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Dabei wurden 25 Menschen getötet.

Für den 20. Juli ist eine Parlamentswahl angesetzt. Die Opposition fordert eine Verschiebung der Wahl. Eine Abstimmung im Februar, bei der Yingluck als Favoritin galt, war für ungültig erklärt worden.

uh/zam (dpa,rtr)