Russland droht mit Sanktionen wegen US-Strafzöllen

Wegen der Verhängung von Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte drohen den USA Gegenmaßnahmen ihrer Handelspartner. Die zusätzlichen Kosten will auch Russland nicht auf sich sitzen lassen.

Russland hat bei der Welthandelsorganisation (WTO) mögliche Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten als Reaktion auf die US-Strafzölle für Stahl und Aluminium angemeldet. Neben Russland kündigten auch Japan und die Türkei Vergeltungszölle an, wie die WTO bekannt gab.

Wirtschaft | 02.05.2018

In der Mitteilung werden die US-Strafzölle als protektionistische Maßnahmen bezeichnet, auf die andere Länder gemäß internationalem Handelsrecht ihrerseits mit der Verhängung entsprechender Maßnahmen reagieren dürften.

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Weder Russland noch Japan teilten mit, welche US-Exporte von Gegenmaßnahmen betroffen wären. Die Türkei listete 22 US-Produkte auf, darunter Nüsse, Reis und Tabak sowie Autos und Stahlprodukte.

Russland erklärte, durch die im März von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Höhe von 25 beziehungsweise zehn Prozent, entstünden dem Land zusätzliche Kosten von 538 Millionen Dollar. Japan gab die Summe mit 440 Millionen und die Türkei mit 267 Millionen Dollar an.

Auch EU meldet Gegenmaßnahmen an

China und Indien hatten ebenfalls Vergeltungszölle angemeldet. Für die EU gilt zwar noch bis zum 1. Juni eine vorläufige Ausnahme. Vorsorglich informierte die EU-Kommission die WTO am Freitag jedoch offiziell darüber, dass sie zur Verhängung von Gegenmaßnahmen bereit sei.

Die EU bezifferte ihre Kosten durch die US-Zölle mit 1,6 Milliarden Dollar. Sie versucht derzeit in Verhandlungen mit der Regierung in Washington eine unbefristete Ausnahmeregelung zu erreichen.

jv/se (rtr, afp)

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