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Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

4. Dezember 2018

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF bleibt im Gegensatz zu IOC und WADA hart. Der seit 2015 wegen Doping suspendierte russische Verband wird vorerst nicht begnadigt, weil die Bedingungen dafür noch nicht erfüllt sind.

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Symbolbild zum Doping Skandal im russischen Sport
Bild: picture alliance/chromorange/R. Peters

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hält an der Suspendierung Russlands fest. Dies entschied das IAAF-Council in Monte Carlo. Im Zuge des Skandals um flächendeckendes Doping in Russland hatte die IAAF den Leichtathletikverband RUSAF am 13. November 2015 gesperrt. Die IAAF begründete die Verlängerung der Sperre damit, dass zwei wesentliche Bedingungen für eine Begnadigung nicht erfüllt worden seien: der Zugang zum Moskauer Analyselabor und den dort lagernden Daten und Doping-Proben sowie die bisher ausgebliebene Begleichung der Rechnung für die Arbeit der IAAF-Task-Force zum russischen Dopingskandal in Höhe von bisher rund drei Millionen Dollar.

Konsequenter als IOC und WADA

Damit zeigt sich die IAAF in der Aufarbeitung des russischen Dopingskandals in ihrer Haltung deutlich konsequenter als die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und das Internationale Olympische Komitee (IOC). Das IOC hatte das Russische Olympische Komitee (ROC) wenige Tage nach den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ohne Bedingungen wieder aufgenommen. Die WADA beendete Mitte September die Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, obwohl die Kriterien dafür noch nicht vollständig erfüllt worden waren.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLF) begrüßte die harte Linie des Weltverbands."Die Entscheidung der IAAF ist konsequent, denn gravierende Veränderungen hat es in Bezug auf die Haltung Russlands zur Anti-Doping-Politik seit dem letzten Beschluss nicht gegeben", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing. Die klare Haltung sei "im Sinne der Athleten und der Glaubwürdigkeit".

Unter neutraler Flagge

Das bisher letzte russische Leichtathletik-Team bei einem internationalen Großereignis startete bei der WM 2015 in Peking. Danach nahm Weitspringerin Darja Klischina als einzige Russin unter neutraler Flagge 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teil. Ein Jahr später starteten bei der WM in London schon 19 Russen als neutrale Athleten, bei der EM zuletzt in Berlin waren 72.

sn/ck (dpa, sid)