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Säbelrasseln am Golf

25. Februar 2007

Die USA und der Iran schließen einen Krieg nicht aus. Der Iran meldet den erfolgreichen Abschuss einer Rakete in den Weltraum, während amerikanische Medien von US-Planungen für einen Militärschlag berichten.

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Amerikanisches Drohpotenzial: USS John C. StennisBild: AP

Der Iran hat am Sonntag (25.2.) nach eigenen Angaben eine Rakete in den Weltraum gefeuert. Der Leiter des iranischen Weltraumforschungszentrums, Mohsen Bahrami, teilte im staatlichen Fernsehen mit, der Iran habe erfolgreich eine Weltraumrakete getestet. Ob es sich um die Erprobung einer Trägerrakete für das angekündigte eigene Satellitenprogramm handelte, sagte er nicht. Vor zwei Jahren hat der Iran in einem gemeinsamen Projekt mit Russland seinen ersten Satelliten in eine Erdumlaufbahn gebracht. Bis 2010 sollen vier weitere folgen, um die Zahl der möglichen Telefonanschlüsse im Fest- und Mobilnetz von 22 Millionen auf 80 Millionen und die Zahl der Internetnutzer von 5,5 Millionen auf 35 Millionen zu erhöhen.

Das US-Verteidigungsministerium hat einem Zeitungsbericht zufolge eine Sonderplanungsgruppe eingerichtet, um einen Angriff auf den Iran vorzubereiten. Die Arbeitsgruppe im Amt der Generalstabschefs habe den Auftrag, Bombenangriffspläne zu erstellen, die binnen 24 Stunden nach Anordnung von Präsident George W. Bush umgesetzt werden könnten, berichtete die Zeitschrift "The New Yorker" am Samstag. Das Blatt beruft sich auf nicht näher genannte Geheimdienstvertreter.

"Falsch, irreführend, bösartig"

Ursprünglich habe die Arbeitsgruppe den Angriff auf atomare Anlagen im Iran und einen Regimewechsel im Visier gehabt. Zurzeit gehe es jedoch darum, Ziele ausfindig zu machen, die Aufständische im Irak versorgten. Bei der Verfolgung iranischer Agenten hätten US-Sondereinheiten vom Irak aus auch die Grenze zum Iran überschritten.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Bryan Whitman, wies den Bericht zurück. "Die Vereinigten Staaten planen nicht, gegen den Iran in den Krieg zu ziehen. Alle gegenteiligen Behauptungen sind schlicht falsch, irreführend und bösartig." Nach Angaben von Ministeriumsvertretern gibt es für dutzende potenzielle Krisengebiete Notfallpläne der USA. Diese würden regelmäßig aktualisiert.

"Alle Optionen auf dem Tisch"

US-Vizepräsident Richard Cheney schließt einen Militärschlag gegen aber Teheran weiterhin nicht aus. "Alle Optionen liegen immer noch auf dem Tisch", sagte Cheney bei einer Pressekonferenz mit dem australischen Premierminister John Howard am Samstag in Sydney. Die USA wollten gemeinsam mit ihren Verbündeten alle Anstrengungen unternehmen, um den Iran von seinen atomaren Bestrebungen abzubringen. Die USA seien jedoch tief besorgt wegen der Nuklearaktivitäten Teherans. Deshalb hätten Präsident George W. Bush und er selbst betont, dass keine Option ausgeschlossen werde, sagte Cheney.

Australien USA Vizepräsident Dick Cheney in Sydney
Dick Cheney in AustralienBild: AP

Der Iran sei ein Land, das im Nahen Osten "recht aggressiv" sei und die radikal-islamische Hisbollah unterstütze. Die Teheraner Führung habe außerdem "aufrührerische" Reden gehalten, zudem scheine sie die Entwicklung von Atomwaffen anzustreben. "Es wäre ein schwerer Fehler, wenn ein Land wie Iran eine Atommacht werden würde", bekräftigte Cheney.

"Auf Krieg vorbereitet"

Der Iran ist einem Agenturbericht zufolge im Streit um sein Atomprogramm "sogar auf Krieg" vorbereitet. Auch weitere Sanktionen der Vereinten Nationen (UN) würden die Islamische Republik nicht zum Stopp der Arbeiten führen, sagte der stellvertretende Außenminister Manuchehr Mohammadi am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Isna. Auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeigte sich in der Atomfrage entschlossen. Der Iran bewege sich bei diesem Thema wie ein Zug ohne "Bremsen und Rückwärtsgang", zitierte Isna den Politiker.

Die UN hatten im Dezember Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm verhängt. Am Montag wollen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland Beratungen über eine Verlängerung oder Verschärfung der Strafmaßnahmen aufnehmen, nachdem der Iran eine Frist zum Stopp seiner Urananreicherung verstreichen lassen hat. (sams)