Schoki aus dem Krisenland

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Bohnen aus Beni

Adèle Gwet und Matthew Chambers begutachten eine Lieferung Kakaobohnen, die aus dem 300 Kilometer entfernten Beni angekommen ist. Das Unternehmerpaar steckt viel Zeit und Geld in seine Firma: Chambers hat mit etwas Hilfe des britischen Entwicklungsministeriums 250.000 US-Dollar in Cocoa Congo investiert. "Bei unserer Premium-Schokolade findet die Wertschöpfung im Kongo statt", betont Chambers.

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Rohstoff statt Exportware

Die Kakaobohnen werden mit Passagierbussen durch einen Wald transportiert, wo sich Milizen Gefechte liefern. Cocoa Congo bezahlt den Kakaopflanzerinnen - ausdrücklich vor allem Frauen - ein Fünftel mehr für den Rohstoff als die großen Firmen, die die Bohnen direkt exportieren. Außerdem schult das Unternehmen die Bäuerinnen, ihren Ertrag zu steigern und Umweltstandards einzuhalten.

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Autodidaktische Chocolatière

"Ich bin in den Kongo gekommen, um mit anderen Frauen zu arbeiten und sie zu fördern", sagt Chefin Adèle Gwet, die aus Kamerun stammt. "Ich möchte ihnen helfen, ein besseres Leben zu haben. Deshalb zeige ich ihnen, wie man Schokolade herstellt." Die Rezepte fand sie im Internet. Monatelang feilte sie mit ihrem Mann, einem US-Amerikaner, am Geschmack.

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Hilfe für Frauen

Sechs der zehn Mitarbeiter von Cocoa Congo in Goma sind Frauen in Notlagen. Hier wird die Kakaomasse aufgekocht. Die Küche befindet sich im Anbau eines Wohnhauses. Seit drei Monaten wird hier Schokolade produziert - bisher nur einige hundert Tafeln. Im nächsten Jahr sollen es 20.000 pro Monat sein.

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100 Prozent kongolesisch

Mamy Simire verpackt Schokolade in Stanniolpapier. Sie kann kaum glauben, dass sie hier hergestellt wurde. Für die Mutter von fünf Kindern war Süßes lange unerreichbar: "Ich kannte das nur aus dem Fernsehen. Dort habe ich gesehen, wie andere Leute Schokolade essen. Aber selbst probieren, das war nicht möglich. Bei uns ist das zu teuer." Jetzt dürfen auch die Kinder mal kosten. Qualitätskontrolle!

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Künstlerisches Exportprodukt

Cocoa Congo will die Schokolade zunächst übers Internet ins Ausland verkaufen. Für den Markteintritt hat sich Investor Chambers etwas Besonderes einfallen lassen: Künstler aus Goma malen Bilder auf das Verpackungspapier. Eine Packung mit drei Kunst-Tafeln zu 50 Gramm soll 20 Dollar kosten. "Wir exportieren nicht nur Schokolade, sondern auch ein positives Bild des Kongo", sagt Chambers.

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Die Aktivistin

Sylvie Chishungu Zawadi sorgt sich um die Kakaobäuerinnen in Beni. Immer wieder vergewaltigen Milizen Frauen, die auf den Feldern arbeiten. Manche werden entführt und ermordet. "Ja, es ist gut, mit ihnen zu arbeiten. Aber ist ihre Sicherheit garantiert? Sind sie dann nicht erst Recht den Milizen ausgeliefert?" Für eine wirklich sichere Schokolade muss auch der Staat seine Aufgaben wahrnehmen.

Die Demokratische Republik Kongo ist vor allem für Gewalt, Armut und Korruption bekannt. Doch seit Kurzem produziert die erste Schokoladenfirma des Landes Süßes. Ein Besuch bei Cocoa Congo in der Provinzhauptstadt Goma.

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