Shaqiri soll nicht in Belgrad auflaufen

Der FC Liverpool wird sein Champions-League-Spiel bei Roter Stern Belgrad ohne Xherdan Shaqiri bestreiten. Der Klub befürchtet Anfeindungen der Belgrad-Fans. An dieser Entscheidung Liverpools gibt es deutliche Kritik.

Der Schweizer  Xherdan Shaqiri, der kosovo-albanische Eltern hat, hatte bei der Fußball-Weltmeisterschaft die serbischen Fans provoziert. "Wir haben Spekulationen und Gerede darüber gehört und gelesen, wie Shaq empfangen werden würde", begründete Klopp die Entscheidung. "Wir haben zwar keine Ahnung, was passieren würde, aber wir wollen dort hinfahren und uns zu 100 Prozent auf Fußball konzentrieren und und nicht um andere Dinge Gedanken machen müssen, das ist alles."

Klopp: "Keine politische Botschaft"

Während der WM hatte der frühere Bayern-Profi Shaqiri bei einem Torjubel die Geste des Doppeladlers gezeigt, der die albanische Flagge symbolisiert.  Serbien erkennt das mehrheitlich albanisch bevölkerte Kosovo, das früher eine Provinz Serbiens war, nicht an.

Klopp betonte, Liverpool habe keinerlei politische Botschaft senden wollen. Man wolle lediglich "alle Ablenkungen vermeiden" in dem Wettbewerb, "der für den Fußball und nur für den Fußball wichtig ist". 

Deutliche Kritik an Liverpools Entscheidung

Kritik an der Entscheidung kommt nicht nur aus der Schweiz: "Bedenklich an dieser Sache ist aber, dass man beim FC Liverpool vor serbischen Nationalisten, von denen heute viele im Stadion sitzen werden, einknickt", schrieb die "Aargauer Zeitung": "Shaqiri nicht nach Belgrad fliegen zu lassen, ist weder mutig, smart noch schlau." Klopp wischt das weg: "Es hätte eine Geschichte sein können und wir wollten keine Geschichte neben dem Fußball - deshalb haben wir so entschieden." 

Fußball | 23.06.2018

Auch Muharrem Sahiti, Assistenztrainer des kosovarischen Nationalmannschaftstrainers, Bernard Challandes, sagte in der Sendung Super Sport Kosovo: "Shaqiri hätte nicht aus politischen Gründen zu Hause gelassen werden sollen. Ich hatte erwartet, dass er wegen seines Charakters das Spiel in Belgrad (für Liverpool) gewinnt." 

Der Bürgermeister von Prishtina, Shpend Ahmeti, kommentiert auf Twitter die offizielle Entscheidung des FC Liverpool Trainers: "Wenn ein Spieler nicht mitgenommen wird, wegen des möglichen ,Empfangs' dort, dann ist die Botschaft, dass ein feindlicher Empfang in Ordnung sei. Nein Klopp, das ist nicht in Ordnung, und eine Stadt und ein Land, dass Shaqiri nicht akzeptieren kann, weil er Albaner ist, ist nicht wunderbar."

jst/ck (dpa)