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Siemens investiert 600 Millionen Euro in Berlin

31. Oktober 2018

Der von Siemens geplante Innovationscampus wird in Berlin verwirklicht. Mit der Landesregierung wurde am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Siemens kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück.

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Bild: MICHELE TANTUSSI/AFP/Getty Images

Siemens will in den kommenden Jahren bis zu 600 Millionen Euro in ein Projekt in Berlin investieren. Geplant sei, das historische Siemens-Gelände in Berlin-Spandau zu einem Standort für Forschungs- und Gründungszentren umzuwandeln, teilte der Technologiekonzern am Mittwoch mit. Das stellt eine der größten Einzelinvestitionen der über 170jährigen Unternehmensgeschichte dar. Zugleich soll das Industrieareal in einen Stadtteil umgewandelt werden, in dem Arbeiten, Forschen, Wohnen und Lernen zusammengebracht werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier würdigte die Ankündigung von Siemens zu dem geplanten Innovationscampus als großen Erfolg für den Innovationsstandort Deutschland.

Siemens-Chef Joe Kaser wies auf die Gründung der sogenannten Siemensstadt im Jahr 1897 hin: Das Konzept damals habe darin bestanden, "Arbeiten, Forschung und Wohnen zu vereinen und damit eine intakte Symbiose für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen." Auch heute müsse man die Zukunft der Arbeit neu denken: "Megatrends, wie die industrielle Digitalisierung und die Urbanisierung werden fundamentale Veränderungen mit sich bringen. Arbeiten, Leben und Wohnen werden integrierter und mit der zunehmenden Vernetzung von Menschen und Dingen entstehen neue Ökosysteme." Genau darum gehe es in der Siemensstadt 2.0 - "wir wollen Industrie 4.0 auch im sozio-ökonomischen Umfeld führend gestalten." 

DW-Exklusiv: Siemens-Chef Joe Kaeser zur Entscheidung über Siemensstadt 2.0

"Kraftakt" für Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller verwies auf den "Kraftakt", den die Mitarbeiter der Berliner Senatsverwaltung geleistet hätten, um Siemens schneller als andere Standorte ein "sehr gutes Angebot"  vorlegen zu können. Das Bekenntnis von Siemens werde "Impulse für die nächsten 20 Jahre setzen." Es würden neue Arbeitsplätze entstehen, der Wissenschaftsstandort werde profitieren, die Infrastruktur werde entwickelt. "Berlin wird mehr und mehr zu Smart City."

Für die Ansiedlung in Berlin hatte Siemens vom Senat Zugeständnisse verlangt, etwa beim Denkmalschutz und bei Baurechten auf dem Gelände, auf dem das alte Dynamowerk und das Schaltwerk stehen. Zudem müsse die Verkehrsanbindung verbessert und die Ausstattung mit Breitband-Internet sichergestellt werden. 

Das Projekt sieht laut Siemens vor, das heutige Siemens-Areal im nordwestlichen Stadtbezirk Spandau bis zum Jahr 2030 zum Technologiepark und Inkubator im Herzen der Siemensstadt zu entwickeln. Als Anwendungsfelder definiert Siemens zum Beispiel das dezentrale Energiemanagement, Elektromobilität, Industrie 4.0, Machine Learning, das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz (KI) und Datenanalyse.

In Berlin beschäftigt Siemens derzeit rund 11.400 seiner weltweit insgesamt 377.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen war vor 171 Jahren in Berlin von Werner von Siemens und Johann Georg Halske in einem Hinterhof im Stadtbezirk Kreuzberg gegründet worden. Im Jahr 1897 war mit den Planungen für den neuen Unternehmenssitz, die "Siemensstadt", begonnen worden. Ab 1913 wurde sämtliche Siemens-Aktivitäten dort konzentriert. Zur damaligen Gründungskultur sagte Siemens-Chef Kaeser: "Hier in Deutschland, gerade in Berlin, gab es Gründungen schon, da gab es in Silicon Valley noch gar keine Garagen."

hb/dk (dpa, Siemens-Pressemitteilung)