Staatstrauer nach Bootsunglück im Kongo ausgerufen

Bei einem schweren Schiffsunglück sind in der Demokratischen Republik mindestens 14 Menschen ertrunken. Mindestens 114 Insassen werden vermisst. Nun rief Staatsspräsident Tshisekedi einen nationalen Trauertag aus.

Der Trauertag solle an diesem Freitag begangen werden, erklärte Präsident Félix-Antoine Tshisekedi. Bisher wurden nach offiziellen Angaben 14 Leichen aus dem Kivusee geborgen. 35 Menschen konnten von dem überfüllten Boot gerettet werden.

Das Boot hatte in der Nacht zum Dienstag in der Stadt Goma im Norden des Sees abgelegt und war auf dem Weg nach Kalehe im Westen, als es kenterte. Die offizielle Passagierliste verzeichnete nur 49 Namen. Schlechtes Wetter soll eine wichtige Rolle bei dem Unglück der Demokratischen Republik Kongo gespielt haben, die genaue Unfallursache wird aber noch untersucht.

Rettungsringe werden Pflicht

Tshisekedi besuchte am Donnerstag in der Region Familien der Opfer. Man werde Ermittlungen einleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, sagte er. Man wolle sicherstellen, dass derartige Tragödien in Zukunft vermieden werden. Dazu ordnete er nach Angaben seines Büros an, dass alle Passagiere auf dem Kivusee künftig Rettungsringe tragen müssen.

Der Kivusee ist etwa fünf Mal so groß wie der Bodensee und trennt den Kongo von Ruanda. Auf dem See verkehren zahlreiche Passagierboote, die unter anderem die Großstadt Goma am Nordende mit der südlichen Stadt Bukavu verbinden. Auf den einfachen Booten gibt es in der Regel keine Rettungswesten. Die wenigsten Kongolesen können schwimmen. Zudem sind die Schiffe häufig völlig überladen. Auf den Seen und Flüssen des zentralafrikanischen Riesenstaats kommt es daher immer wieder zu tödlichen Unglücken. So kamen im September des Vorjahres beim Untergang eines Schiffes auf dem Mongala-Fluss mindestens 27 Menschen. Im Mai 2018 wurden nach einem Schiffsunglück auf dem Fluss Momboyo 50 Todesopfer geborgen.

kle/sti (dpa, afp)

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