Statue von Karl Marx in Trier aufgestellt

Kurz vor seinem 200. Geburtstag hat er seinen Platz gefunden: Mitten in Trier steht Karl Marx jetzt als Riesenstatue auf einem Sockel. Der berühmteste Sohn der Stadt durfte sich allerdings nur kurz zeigen.

Karl Marx muss sich noch in Geduld üben. Mitte März war er aus China in Trier angekommen, mehr als einen Monat musste der berühmteste Sohn der Stadt dann zunächst in einer Kiste ausharren, jetzt endlich haben die Trierer seine 4,40 Meter hohe und 2,3 Tonnen schwere Statue auf einen Sockel gehoben.

Mit dieser Ehrerbietung ist nicht jeder in Trier einverstanden: "Vor 30 Jahren hätten wir das nicht machen können", sagt der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) - mit Blick auf Kritik an der Ehrung des Wegbereiters des Kommunismus. Erst nach dem Ende des Kalten Krieges sei es möglich gewesen, sich "differenziert und mit Abstand" mit Marx zu beschäftigen. Das Denkmal solle anregen, sich mit Marx und seinem Gedanken-Werk auseinanderzusetzen.

Deutschland Marx-Statue in Trier

Nur kurz war das Denkerhaupt zu sehen

Ernste Miene für die Fotografen

Das ist derzeit noch nicht möglich, noch ist das Bronze-Abbild in Folie eingehüllt. Erst am 5. Mai, wenn sich der Geburtstag von Karl Marx in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, soll ein - natürlich - rotes Tuch von seinem Haupt gezogen werden und den Blick auf das Werk des chinesischen Künstlers Weishan Wu freigeben.

Beim Aufstellen in der Stadtmitte lugte lediglich ein leicht nach vorne schreitender Fuß unter Folie hervor. Nur für die Fotoaufanhmen wurde der Kopf kurz ausgepackt. Der bärtige Marx blickt mit ernster Miene in die Ferne, während er in millimetergenauer Feinarbeit per Gabelstapler auf das Treppenpodest gehoben und angeschraubt wurde.

Jetzt hat der Denker also seinen Platz gefunden, nahe dem früheren Römertor "Porta Nigra" und dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Marx. Und dort soll er, wenn es nach Triers Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) geht, "auch noch am 250. und 300. Geburtstag stehen." 

Wachsschicht als Schutz

Damit er die Zeit bis zum 200. Geburtstag unbeschadet übersteht, werden Sicherheitsleute die Statue abends, nachts und an Wochenenden vor Vandalismus schützen. "Ja, wir haben Sorge und wir sind wachsam", sagt Baudezernent Ludwig. Die Sicherheitsmaßnahme koste 5000 bis 10 000 Euro - sei aber notwendig, um die feierliche Enthüllung am 5. Mai 2018 nicht zu gefährden. Vorsorglich habe man die Statue auch gewachst, um sie schnell wieder reinigen zu können. 

Der Philosoph und politische Journalist Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren und verbrachte dort die ersten 17 Jahre seines Lebens. Später wurden seine Schriften zur Grundlage des Marxismus und Kommunismus.

ka/ (dpa/twitter.com)

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