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Politik

Stiko empfiehlt Impfung für 12- bis 17-Jährige

16. August 2021

Aus Sicht der Ständigen Impfkommission sollen nun auch Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Bisher hatte das Gremium dies unter Verweis auf die Datenlage nicht empfohlen.

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Corona-Impfung für Jugendliche in München
Die Stiko empfiehlt nun auch die Impfung für JugendlicheBild: Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance

Die Ständige Impfkommission (Stiko) aktualisierte mit der Entscheidung ihre Empfehlung von Anfang Juni, der zufolge in Deutschland zunächst nur Jugendliche mit Vorerkrankungen gegen das Coronavirus geimpft werden sollten. Nach Angaben der Stiko erfolgte die Anpassung nach Auswertung weiterer Daten über mögliche Nebenwirkungen.

Die Daten stammen demnach insbesondere aus dem großangelegten Impfprogramm für Jugendliche in den USA. Dort wurden dem Gremium zufolge inzwischen bereits beinahe zehn Millionen junge Menschen immunisiert.

"Deutlich höheres Risiko" durch Delta-Variante

Außerdem hätten mathematische Modellierungen ergeben, dass für Kinder und Jugendliche angesichts der inzwischen dominierenden Delta-Variante bei einer möglichen vierten Infektionswelle im Herbst ein deutlich höheres Risiko für eine Erkrankung bestehe, teilte die Stiko weiter mit. Bei sorgfältiger Bewertung der neuen Informationen überwögen daher nach gegenwärtigem Stand die Vorteile einer Impfung das Risiko sehr seltener Nebenwirkungen.

Stiko-Chef Thomas Mertens
Stiko-Chef Thomas Mertens hatte die Empfehlung bisher abgelehntBild: teutopress/imago images

Über eine allgemeine Impfempfehlung für Jugendliche wird bereits seit längerem kontrovers diskutiert. Nach dem Verzicht auf eine solche Bewertung durch die Stiko im Juni war das Gremium aus der Politik teils heftig kritisiert worden.

Eine Impfung war jedoch auch bisher schon ohne Stiko-Empfehlung erlaubt. Es gibt Impfstoffe, die für 12- bis 17-Jährige völlig regulär zugelassen sind. Vor diesem Hintergrund ließen sich auch schon zahlreiche Jugendliche impfen.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte Ende Mai mit dem Präparat von BioNTech und Pfizer für den ersten COVID-19-Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige grünes Licht gegeben. Im Juli hatte die Behörde zudem den Moderna-Impfstoff für Jugendliche freigegeben, der zuvor erst ab 18 Jahren eingesetzt werden durfte.

Spahn: "Die Fakten sprechen für die Impfung"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete die Entscheidung der Stiko als "gute Nachricht". Eltern und Jugendliche hätten damit "eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden", sagte der CDU-Politiker. "Die Fakten sprechen für die Impfung, ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen ist da." Wenn gewünscht, könnte eine Impfung noch in dieser Woche stattfinden. 

nob/gri (afp, rtr, dpa)