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Tesla meldet tödlichen Unfall mit Autopilot

1. Juli 2016

Bei einer Autopilot-Fahrt mit einem Tesla-Elektroauto ist erstmals ein Fahrer ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich schon vor Wochen, wurde aber jetzt erst bekannt. Die US-Verkehrsaufsicht prüft den Vorfall nun.

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Tesla Model S (Foto: Getty Images/J. Sullivan)
Bild: Getty Images/J. Sullivan

Der Unfall mit dem Tesla Modell S ereignete sich Anfang Mai im US-Bundestaat Florida, als ein Lastzug im rechten Winkel vor dem selbstfahrenden Auto die Straße kreuzte. Möglicherweise habe der Autopilot die weiß gestrichene Seite des Lkws nicht von dem taghellen Himmel dahinter unterscheiden können – die Bremsfunktion sei nicht ausgelöst worden, teilte der Autohersteller mit. Der Tesla sei dann seitlich in den Lkw gefahren, wobei seine Windschutzscheibe eindrückt wurde.

Hätte sich das selbstfahrende Auto von vorne oder von hinten dem Laster genähert, hätte sein eingebautes "Unfallvorbeugungssystem wahrscheinlich ernstere Verletzungen verhindert", hieß es in der Erklärung des Unternehmens. Der Fahrer starb an seinen schweren Verletzungen.

US-Verkehrsbehörde prüft Autpiloten

Tesla sprach von einem "tragischen Verlust". Es handele sich um den "ersten bekannt gewordenen Todesfall" bei einer Fahrt mit dem Autopiloten. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA prüft nun den Autopiloten. Ziel sei es festzustellen, ob das technische System planmäßig funktioniert habe. Ein Sprecher der Behörde teilte mit, es sei ein Team mit Sonderermittlerin an den Unfallort entsandt worden.

Die Prüfung ist der erste Schritt, bevor die NHTSA einen Rückruf anordnen könnte, wenn sie die Autos für unsicher hält. Davon könnten bis zu 25.000 Tesla-Wagen des Modell S betroffen sein.

Fahrer kann System jederzeit überstimmen

Tesla hatte das Autopilot-System im vergangenen Jahr vorgestellt. Es lässt Autos automatisch die Spur wechseln, die Geschwindigkeit verändern und die Bremse auslösen. Das Selbstfahrsystem kann aber jederzeit vom Fahrer überstimmt werden. Die Fahrer müssten auch bei Autopilot-Fahrten immer die Hände am Lenker halten und die Verantwortung für ihre Fahrten ausüben.

Der Autobauer versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln. Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500.000 Elektroautos pro Jahr bauen.