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Gesellschaft | 13.09.2018

Russlands Tataren kämpfen um ihre Sprache

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Der Einkaufsladen im Dorf Salissja

Jeder, der die 30-Kilometer-Sperrzone um das Atomkraftwerk (AKW) Tschernobyl besuchen will, muss von einem Reisebüro bei den Behörden angemeldet sein. Die Pässe der Touristen werden an einem Checkpoint kontrolliert. Drinnen ist die erste Station das Dorf Salissja. Vor dem GAU am 26. April 1986 lebten hier 3000 Menschen. Alle wurden evakuiert. Später kehrten einige Bewohner zurück.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Sievert? Röntgen? Becquerel? Curie?

Der nächste Halt ist das Dorf Kopatschi innerhalb der Zehn-Kilometer-Zone. Das Gebiet wurde sehr stark mit Radionukliden kontaminiert. Touristen können die Strahlung mit Dosimetern messen, die gegen eine Gebühr von umgerechnet fünf bis zehn Euro erhältlich sind. Führer erklären den Touristen die unterschiedlichen Maßeinheiten. Hier und da schlagen die Geräte aus und quietschten laut.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Das Gerät der Tschernobyl-Liquidatoren

Die nächste Station ist die Stadt Tschernobyl. Unter freiem Himmel nahe der Feuerwache sind die Maschinen ausgestellt, mit denen die Folgen der Havarie beseitigt werden sollten. Doch die "Liquidatoren", wie die Männer genannt wurden, stellten schon bald fest, dass die radioaktive Stahlung einfach zu hoch war: Selbst die Technik dieser massiven Gerätschaften versagte.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Denkmal vor dem vierten Reaktorblock

Dann geht es weiter zum AKW. Vor Block 4 steht ein Denkmal für die Liquidatoren. Heute ist der Unglücksreaktor von einer neuen Schutzhülle umgeben und wirkt geradezu friedlich. Nach der Explosion im April 1986 lag die Strahlung tausendfach über den zulässigen Werten. Etwa 600.000 Liquidatoren waren beteiligt, um die Folgen einer der größten von Menschen verursachten Katastrophen zu beseitigen.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Strahlen-Kontrolle im ehemaligen AKW

Vor dem Betreten der Anlage muss jeder seine Kleidung untersuchen lassen, damit kein radioaktiver Staub ins Innere gelangt. Wenn die Werte zu hoch sind, wird versucht, die Kleidung zu reinigen. Misslingt das, muss sie draußen bleiben. Laut Reisebüro liegt die Strahlendosis an einem Tag in der Sperrzone durchschnittlich etwa so hoch wie in einer Stunde im Flugzeug.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Mittagessen in Tschernobyl

Nach der Strahlenkontrolle wird in der Cafeteria des AKW ein Mittagessen serviert: Suppe, Fleisch mit Beilage und Salat, Kompott, Saft und Brot. Vegetarier können Kürbisspeisen oder Früchte bekommen. Alle Lebensmittel werden in die Sperrzone "importiert". Der Preis für ein Mittagessen liegt bei 100 Hrywnja - umgerechnet rund drei Euro. Kaffee gibt es separat aus einem Automaten.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Das "Weiße Haus" in Pripjat

Die Stadt Pripjat - der Stolz sozialistischer Stadtplanung - wurde 1970 gegründet. Vor der Havarie lebten dort, zwei Kilometer vom AKW-Tschernobyl entfernt, etwa 50.000 Menschen. Das Bild zeigt das "Weiße Haus", in dem führende Vertreter der Stadt und des Kraftwerks wohnten.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Die geheime Radarstation "Duga"

Die letzte Station der Reise ist eine ehemals geheime Einrichtung in der Nähe des AKW Tschernobyl. Die Radarstation "Duga" war seit 1976 Teil der sowjetischen Luftabwehr und sollte den Start von Interkontinentalraketen erkennen. Mit ihren ständigen Klopfgeräuschen auf Kurzwelle ging sie Amateurfunkern jahrelang auf die Nerven. Daher wurde die Anlage auch "Specht" genannt.

Als Tourist unterwegs in Tschernobyl

Fuchs Semjon

Nahe Pripjat sieht man manchmal einen Fuchs, der inzwischen so bekannt ist, dass er einen Namen hat: Semjon. Er mag Touristen, weil sie ihn oft füttern. Doch streicheln sollte man ihn nicht. Nicht nur, weil in seinem Fell radioaktive Partikel stecken könnten, sondern: Der Hübsche ist trotz aller Zutraulichkeit ein wildes Tier. Das Beißen, heißt es, habe Semjon nicht verlernt.

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

Parat stehen für die Wiederkunft des Zaren

Leonid Simonovitsch-Nikschisch (Bildmitte) ist Chef der russisch-fundamentalistischen "Union der orthodoxen Bannerträger", die einen Zaren an der Spitze Landes fordert. Die nationalistische Splittergruppe propagiert ihre Anschauungen durch Märsche und Prozessionen. Sie schreckt aber auch vor Bücherverbrennungen nicht zurück.

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

Mit der Kirche zurück zur Krone

"Was wir anstreben, ist die Wiederherstellung einer autoritären Monarchie, so, wie wir sie unter dem Zaren hatten", sagt Chef Leonid Simonowitsch-Nikschisch. "Das wird nur durch die Kirche möglich sein", ergänzt er. Säkularität eigne sich dafür nicht. "Damit entstünde sonst eine Diktatur."

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

Gedenken an den Zaren

Am 17. Juli 1918 wurden Zar Nikolaus II. und seine Familie auf Geheiß Lenins erschossen. Bereits im Jahr zuvor hatte der Zar angesichts der Niederlage im Ersten Weltkrieg abgedankt. Damit endete die rund 300-jährige Herrschaft der Romanow-Dynastie über Russland. Zum 100. Jahrestag der Ermordung organisierte die Union der Bannerträger eine Prozession zum Moskauer Kloster Spaso-Andronikow.

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

Ganz in schwarz mit Banner

Die "Union Orthodoxer Bannerträger" fordert nicht nur die Wiederherstellung der Autokratie, sondern auch die Wiedergeburt des russischen Nationalbewusstseins. Schwarze Hose, schwarzer Pullover, schwarze Schuhe - ihr Dresscode erinnert dabei an einen Rocker-Club. Aber auch religiöse Elemente wie Kreuze prägen ihr Aussehen.

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

"Orthodoxie oder Tod!"

Auch wenn ein Großteil der russischen Bevölkerung orthodox ist - die Union setzt sich für die Verbreitung des orthodoxen Glaubens ein. Spätestens im martialischen Wahlspruch der Bannerträger offenbart sich die religiös-nationalistische Radikalität - die sie mit ihrer Bildsprache unterstreichen wollen.

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

Ikonische Tapeten

Die Splittergruppe schmückt sich gerne mit Symbolen der Ikonografie. Pawel ist Mitglied der Bannerträger. Seine Wände zieren Ikonen aus allen Klöstern, die er besucht hat. Der Weg zur Monarchie wird innerhalb der Gruppe diskutiert: Manche halten eine gewaltsame gesellschaftliche Umwälzung für nötig. Andere beten schlicht für die Rückkehr des Kaiserreichs.

Russische Nationalisten wollen den Zaren zurück

Der heilige Zar

Vize-Bannerchef Igor Miroschnichenko präsentiert in seinem Atelier stolz Bilder des letzten Zaren. Im Jahr 2000 hatte die russisch-orthodoxe Kirche Nikolaus II. und seine Familie heiliggesprochen. Allerdings zelebriert nur ein Bruchteil der Orthodoxen den Kult um den Zar so wie die fundamentalistische "Union der orthodoxen Bannerträger".

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