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Tote bei Bombenexplosion in Mogadischu

27. Juli 2015

In der somalischen Hauptstadt ist ein häufig von Ausländern frequentiertes Hotel zum wiederholten Mal Ziel eines Anschlags geworden. Die Al-Schabaab-Terroristen bekannten sich zu der Tat.

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Die Ruine des Jazeera-Palace-Hotels in Mogadischu (Foto: Reuters/F. Omar)
Bild: Reuters/F. Omar

Über die Zahl der Toten gibt es - wie meist bei Meldungen aus Somalia - höchst widersprüchliche Aussagen. Die Angaben von Polizei und Rettungskräften zur Zahl der Todesopfer liegen zwischen sechs und 15. Nach ersten Ermittlungserkenntnissen handelt es sich bei den meisten der Toten im Jazeera Palace Hotel um Wachleute.

Nach Angaben der Polizei rammte ein mit Sprengstoff beladenes Auto das Eingangstor des Hotels und explodierte. Augenzeugen berichteten von einer ungewöhnlich starken Explosion. Das Hotel wird häufig von somalischen Regierungsvertretern und Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen genutzt. In dem Gebäude sind außerdem mehrere diplomatische Vertretungen untergebracht. Die Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia, AMISON, bestätigte einen Angriff auf das Hotel, nannte aber keine Details.

Islamistische Kämpfer der mit Al-Kaida verbündeten Al-Shabaab-Miliz bekannten sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher der radikalen Islamisten sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Angriff habe den "Feinden" von der AMISON-Mission und der somalischen Regierung gegolten.

Ziel der Al-Schabaab-Terroristen ist der Sturz der vom Westen unterstützten Regierung in Mogadischu und die Vertreibung der sie schützenden Friedenstruppe der Afrikanischen Union. Die Miliz sorgt seit Jahren für Angst und Schrecken in Somalia sowie im Nachbarland Kenia.

Zuletzt waren am Samstag in Mogadischu bei Angriffen, zu denen sich ebenfalls die Al-Shabaab bekannt hatte, sechs Menschen getötet worden. Darunter ein Abgeordneter und ein Regierungsvertreter, wie die Polizei mitteilte. Beide seien jeweils aus vorbeifahrenden Fahrzeugen erschossen worden. Auch Leibwächter und Zivilisten kamen bei den Vorfällen ums Leben.

Obama verspricht Hilfe im Kampf gegen Al-Shabaab

Auf seiner Ostafrika-Reise hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, dass die USA Kenia beim Kampf gegen die somalische Al-Shabaab-Miliz stärker unterstützen werden. "Wir müssen weiter Druck ausüben", sagte Obama bei einer Pressekonferenz in Nairobi im Hinblick auf somalische Terroristen. Dass die USA zugleich die somalische Regierung unterstützten, stehe dazu nicht im Widerspruch, sagte er.

Obama räumte ein, dass die Miliz auch nach jahrelangen Drohnenangriffen durch die USA noch stark genug sei, um sogenannte "weiche" Ziele in Kenia und Somalia anzugreifen. Ihr Einflussgebiet sei durch die Angriffe jedoch systematisch verkleinert worden. "Weltweit können wir Terrororganisationen zwar deutlich schwächen, doch die Möglichkeit, Schaden anzurichten, haben sie weiterhin", sagte Obama.

Terroristen der Al-Shabaab-Miliz haben in den letzten Jahren vermehrt Terroranschläge auch im benachbarten in Kenia verübt - unter anderem auf ein Einkaufszentrum in Nairobi und eine Universität im Norden des Landes.

qu/stu (afpd+e, rtre, dpa)