Tote und Verletzte bei Taliban-Angriffen

Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan ist sowohl Lahore als auch Kabul Ziel eines Anschlags geworden. In beiden Fällen bekannten sich die radikal-islamischen Taliban zu der Gewalttat.

Bei einer Explosion an einem populären Sufi-Heiligtum im pakistanischen Lahore sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben handelte es sich um einen Selbstmordanschlag. Der Schrein Data Darbar in der Stadt Lahore ist ein Pilgerziel für Anhänger des Sufismus, einer mystischen Strömung des Islam. Radikale Muslime wie die Taliban, die den Anschlag für sich reklamierten, lehnen den Sufismus als Häresie ab.

Nach Polizeiangaben explodierte der Sprengsatz in der Nähe eines Eingangs, durch den weibliche Besucher das Gelände des Schreins betreten. Unter den Toten sind demnach drei Polizisten, zwei Wächter und fünf Zivilisten, darunter ein Kind.

Angriff auf NGO in Kabul 

Auch die afghanische Hauptstadt Kabul war erneut Ziel eines Anschlags und auch hier gibt es eine Bekennerbotschaft der Taliban. Radikale Islamisten griffen nach Angaben des Innenministeriums das Gelände an, auf dem die Hilfsorganisation Counterpart International ihr Gebäude hat. Neun Verletzte seien in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Schwarze Rauchwolken über dem Gelände von Counterpart International

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) hat ihren Hauptsitz in Arlington im US-Bundesstaat Virginia und arbeitet mit der Entwicklungsbehörde USAID zusammen. Rund 150 Mitarbeiter von Counterpart International seien von Spezialeinheiten der Polizei aus dem Gebäude im Zentrum der Stadt in Sicherheit gebracht worden, teilte das Ministerium auf seiner Facebook-Seite weiter mit. Einigen Angreifern sei es gelungen, auf das Gelände der NGO vorzudringen. Die Polizei habe das Gebiet umzingelt. Weiteren Angaben zufolge wurde nahe dem Angriffsort auch ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gefunden, das die Polizei kontrolliert sprengen wollte.

Die Taliban erklärten in ihrem Bekennerschreiben, Ziel des Anschlags sei Counterpart International gewesen.

Friedensgespräche stoppen die Gewalt nicht

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Afghanistans Große Ratsversammlung "Loja Dschirga" für eine sofortige und konsequente Feuerpause während des Ramadans ausgesprochen, der am Montag begonnen hat. Die Taliban hatten jedoch angekündigt, ihren "heiligen Krieg" auch im muslimischen Fastenmonat fortzusetzen. Aktuell führen Vertreter der USA und hochrangige Taliban in Katars Hauptstadt Doha Gespräche über einen möglichen Frieden in Afghanistan.

qu/sti (dpa, afp, rtr, kna)

Mehr zum Thema