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Sagan wird für Kopfstoß bestraft

10. September 2020

Ein Kopfstoß und eine vulgäre Geste: Der Sprint am Ende der 11. Etappe der Tour de France endet im Streit. Am schnellsten ist Caleb Ewan. Peter Sagan wird wegen einer Unsportlichkeit bestraft und verliert Platz zwei.

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Tour de France 2020 - 11. Etappe
Bild: picture-alliance/Augenklick/Roth

Knapper geht es kaum! Am Ende der elften Etappe der Tour de France rasten vier Fahrer nebeneinander über die Ziellinie und schoben in einem letzten Impuls ihre Räder nach vorne, um die entscheidende Reifenbreite vorne zu sein. Am besten gelang das dem Australier Caleb Ewan vom Team Lotto-Soudal, der bereits den dritten Tagesabschnitt der diesjährigen Tour für sich entschieden hatte. Soweit, so gewöhnlich, doch spielte einen Tag nach dem Sprintsieg von Sam Bennett auf der 10. Etappe  auf den letzten Metern der 167,5 Kilometer, die von Chatelaillon-Plage an der Atlantikküste nach Osten ins Landesinnere zum Zielort Poitiers führten, ein handfester Streit ab: Hinter Ewan wurde Peter Sagan Zweiter.

Allerdings wurde der Slowake anschließend wegen unsportlichen Verhaltens bestraft und auf Platz 85 zurückversetzt. Er hatte den Niederländer Wout van Aert im Zielsprint bei einem Tempo von rund 70 Stundenkilometern mit einem Kopf- und Ellenbogenstoß zur Seite gedrängt. Van Aert, der bereits zwei Etappen bei dieser Tour gewinnen konnte, beantwortete Sagans Aktion mit einem ausgestreckten Mittelfinger. Durch Sagans Rückstufung rutschte Sam Bennett, der Träger des Grünen Trikots, auf den zweiten Platz, van Aert wurde als Dritter gewertet. 

120 Kilometer Alleinfahrt

Dabei wäre der Sprint auf der langen Zielgeraden in Poitiers fast noch vereitelt worden, denn Lukas Pöstelberger vom Team BORA-hansgrohe sorgte kurz vor Schluss für Unruhe, als er sechs Kilometer vor dem Ziel an einem Kreisverkehr eine Attacke wagte. Doch die Sprinterteams hatten sich längst formiert und holten den Österreicher 2,2 Kilometer vor dem Ziel wieder ein.

Vor dem spektakulären Ende war es zur Halbzeit der Tour de France insgesamt eine eher ereignisarme Etappe gewesen. Mathieu Ladagnous vom Team Groupama hatte sich gleich beim Start abgesetzt und war knapp 120 Kilometer lang alleine an der Spitze unterwegs gewesen - teilweise mit bis zu drei Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld, das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen fährt. 43 Kilometer vor dem Ziel wurde Ladagnous wieder eingeholt.  

Im Gesamtklassement behält der Slowene Primoz Roglic das Gelbe Trikot mit 21 Sekunden Vorsprung auf Vorjahressieger Egan Bernal. Am Donnerstag folgt mit der zwölften Etappe der längste Tagesabschnitt der diesjährigen Tour: Die Strecke von Chauvigny nach Sarran führt über 218 Kilometer.