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Hilfen für die Ukraine

30. April 2009

Bei Gesprächen in Kiew ist zur Bekämpfung der Finanzkrise eine Stützung des ukrainischen Bankensektors durch die deutsche KfW vereinbart worden. Neue Kredite sollen kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommen.

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Bild: BilderBox

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird Deutschland 30 Millionen Euro zur Unterstützung ukrainischer Banken zur Verfügung stellen. Wie Leo Kreuz, Leiter des Referats Mittel-, Ost- und Südosteuropa beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erklärte, würden die Finanzmittel den Banken gewährt, damit diese die Kreditvergabe wieder aufnehmen könnten. Ihm zufolge wird eine Rekapitalisierung nur bei den Banken vorgenommen, die traditionell kleinen und mittleren Unternehmen Kredite gewähren.

KfW rechnet mit Banken-Sterben

Christian Dörner, Leiter des KfW-Büros in Kiew, betonte, deutsche Experten würden kurzfristig eine Liste von Banken erstellen, die mit einer Finanzhilfe rechnen könnten. Bis zum 30 Juni solle die Finanzierung der Banken geklärt sein, versicherte er. Dörner erläuterte weiter, die Mittel würden entweder unmittelbar, um das Grundkapital der Banken zu erhöhen, oder in Form nachrangiger Darlehen gewährt.

Dörner machte darauf aufmerksam, dass die KfW vier ukrainischen Partner-Banken bereits 150 Millionen Dollar gewährt habe. Er schloss nicht aus, dass insbesondere eine von ihnen, die ProCredit Bank, bald weitere Mittel erhalten könnte. Der Leiter des KfW-Büros in Kiew ist überzeugt, die Ukraine werde die Finanzkrise erfolgreich bewältigen. Allerdings würden von den heute 180 Banken vermutlich lediglich rund 100 überleben, meinte Dörner.

BMZ sieht besonderen Bedarf

Gegenüber der Deutschen Welle machte der Leiter des Referates Mittel-, Ost- und Südosteuropa beim BMZ deutlich, die Zusammenarbeit mit der Ukraine habe besondere Bedeutung. So wie mit der Ukraine werde mit Russland nicht zusammengearbeitet. Kreuz erläuterte, Deutschland gehe davon aus, nach dem Zerfall der Sowjetunion seien die Bedingungen für die Ukraine auch heute noch schwieriger. Das Land müsse die gesamte Volkswirtschaft aufbauen. Der Vertreter des BMZ berichtete, die ukrainische Führung habe sich schon oft an Deutschland und andere EU-Staaten mit der Bitte gewandt, bei den Transformationsprozessen behilflich zu sein.

Deutschland sei, so Kreuz, an einer ganzen Reihe von Projekten in der Ukraine beteiligt. Etwa 20 Prozent der Mittel für die Programme, die von der EU finanziert würden, stammten aus Deutschland. Zudem sei Deutschland Geldgeber der Europäischen Bank für Wiederaufbau, des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank, die für die Ukraine sehr wichtige Institutionen seien. Kreuz zufolge ist die Ukraine als potentiell starkes Land auch für Deutschland wichtig.

Autor: Oleksandr Sawyzkyj / Markian Ostaptschuk
Redaktion: Bernd Johann