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Ukraine-Krise beeinträchtigt Investoren

22. Mai 2014

Der frostige Tonfall zwischen Moskau und dem Westen macht sich schon an einem kühleren Investitionsklima bemerkbar, sagen manche Experten. Doch diese Meinung teilen längst nicht alle.

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Symbolbild Ukraine Runder Tisch
Bild: golicin/Fotolia

Die Ukraine-Krise schlägt nach Experten-Einschätzung auf das Geschäft deutscher Unternehmen in Russland durch. "Viele deutsche Firmen, die noch im vergangenen Jahr in Russland investieren oder eigene Produktionsstätten errichten wollten, haben diese Pläne jetzt aufgegeben oder zurückgestellt", sagte Bernd Hones aus dem Moskauer Büro von Germany Trade & Invest, der bundeseigenen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Deutsche Unternehmer in Russland hätten heute den Eindruck, dass russische Industriekonzerne es "für politisch angebracht halten, nicht mit deutschen Firmen Geschäfte zu machen", berichtete Hones.

Diese Meinung teilen aber längst nicht alle Unternehmer. Das Geschäftsklima in Russland sei immer noch gut, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. "Nachfrage und Konsum sind stabil, es gibt für Unternehmen auch Möglichkeiten für Wachstum. Deshalb bleiben wir präsent und engagiert und überlegen sogar einen Ausbau unseres Engagements", fügte er hinzu.

Der Düsseldorfer Handelsriese betreibt in Russland vor allem Abholmärkte für Großkunden (Cash & Carry) sowie Filialen der Kette Media Markt.

Der Metro-Chef gehört zu den Spitzenmanagern, die ungeachtet der gespannten politischen Lage am wichtigsten Wirtschaftstermin des Jahres in Russland teilnehmen. Die USA hatten von dem Besuch der Konferenz abgeraten. Für den Energiekonzern Eon hingegen nahm der Manager Jørgen Kildahl teil, nachdem Vorstandschef Johannes Teyssen seine Reise abgesagt hatte.

Absagen: ja oder nein?

Insgesamt hätten angesichts von Sanktionen der USA und der EU gegen Russland 34 Konzernchefs auf eine Anreise verzichtet, darunter viele Stammgäste, teilten die Organisatoren der Wirtschaftsforums mit. Zahlreiche Firmen schickten demnach Vertreter der zweiten Reihe. Es gebe jedoch keinen einzigen Boykott durch ein Unternehmen, hieß es.

Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, hingegen widersprach der Ansicht, deutsche Konzern-Chefs boykottierten das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Cordes sagte im rbb-Inforadio, es habe lediglich eine Absage gegeben - die von Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen.

Andere deutsche Konzern-Chefs hätten sich zu dem Treffen gar nicht angemeldet. Auch in der Vergangenheit hätten an dem Forum nie viele deutsche Spitzen-Manager teilgenommen. Cordes betonte, es habe auch keinerlei politischen Druck gegeben, dem Treffen fernzubleiben, weder aus Washington noch aus dem Bundeskanzleramt.

jw/js (dpa, rtr)