Waldbrände: Portugals Innenministerin tritt zurück

Nach den verheerenden Waldbränden in Portugal hat die Innenministerin ihr Amt zur Verfügung gestellt. Kritiker werfen der sozialistischen Regierung vor, nicht genug zur Verhinderung solcher Katastrophen getan zu haben.

Am Sonntag und Montag waren in Portugal 41 Menschen bei Waldbränden ums Leben gekommen. Bei einem riesigen Waldbrand im Juni waren 64 Menschen gestorben. Kritiker bemängelten, die Regierung sei danach untätig gewesen. Beklagt wurde die mangelhafte Brandvorbeugung und auch die Tatsache, dass die Bewohner einiger betroffener Ortschaften die Flammen ohne Hilfe der überforderten Feuerwehr bekämpfen mussten.

Bei den Bränden am Wochenende und am Montag waren 41 Menschen ums Leben gekommen

Politische Gründe

In ihrem Rücktrittsschreiben betont Innenministerin Constanca Urbano de Sousa, sie habe schon nach den Bränden vom Juni um ihre Entlassung gebeten. Die Brände hätten zwar mehrere Ursachen gehabt. "Aber ich bin zum Schluss gekommen, dass weder die politischen noch die persönlichen Voraussetzungen gegeben sind, um im Amt zu bleiben."

Der sozialistische Regierungschef Antonio Costa nahm das Rücktrittsgesuch an. Er kündigte derweil "grundlegende Reformen" in der Forstwirtschaft und der Brandbekämpfung an. Er forderte das Parlament auf, in einer Vertrauensabstimmung über das Schicksal seiner Regierung zu entscheiden.

uh/sti (dpa, afp)


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