Welt ohne Geld

Jetzt live
42:34 Min.
Bargeldloses Bezahlen ist weltweit auf dem Vormarsch. Es ist schnell, einfach und bequem. Doch wer profitiert von den digitalen Bezahlsystemen? Was passiert mit unseren Finanzdaten? Und - verlieren die Verbraucher damit nicht auch ein Stück Freiheit?

Banken wollen Münzen und Scheine loswerden, weil deren Bereitstellung teuer ist. Politiker wollen weniger Bargeld, um Kriminalität und Terrorismus zu bändigen. Zentralbanker wollen Bargeld abschaffen, weil sich dann leicht Negativzinsen durchsetzen lassen. Und digitale Bezahlkonzerne wie Paypal oder Visa wollen einfach von allen Geldgeschäften profitieren und dabei möglichst viele Finanzdaten über uns Verbraucher sammeln. Ihr Ziel: die komplette Kontrolle über unser Kaufverhalten.Und wer profitiert noch von der bargeldlosen Welt? Die "Better than Cash Alliance" in New York etwa, unterstützt von Konzernen wie Visa oder Mastercard. Ihr Credo: eine bessere Welt dank digitaler Bezahlsysteme. Je mehr Menschen ins internationale Finanzsystem integriert werden, desto mehr Wachstum und Arbeitsplätze. Dabei profitieren in erster Linie die Bezahlkonzerne selbst, dank Gebühren und dem Zugriff auf unermessliche Datenschätze. Wir alle werden "gläsern". Aber auch Staaten nutzen die neuen Möglichkeiten, via Bezahldaten mehr über uns zu erfahren. Auf der Strecke bleibt das Interesse der Bürger am Bargeld als Wertaufbewahrung und unabhängig zu sein von den Interessen Dritter. Bargeld ist und bleibt ein Stück Freiheit.