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Politik

WHO ruft Notfallkomitee zusammen

14. Januar 2021

Die Weltgesundheitsorganisation ist durch die rasche Ausbreitung von hochansteckenden neuen Varianten des Erregers SARS-CoV-2 alarmiert. Sie befürchtet, das zweite Jahr der Corona-Pandemie könnte noch härter werden.

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Schweiz, Genf I Hauptsitz der Weltgesundheitsorganisation I WHO
Der Hauptsitz der WHO in GenfBild: Imago Images/GFC Collection

Angesichts der raschen Ausbreitung von deutlich ansteckenderen Varianten des Coronavirus zieht das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine nächste Sitzung um zwei Wochen vor. Das Gremium werde an diesem Donnerstag zusammenkommen, um über die aktuelle Entwicklung zu beraten, teilte die WHO in Genf mit.

Zwei Mutationen des Virus wurden in den vergangenen Wochen in Großbritannien und Südafrika entdeckt, die als deutlich ansteckender gelten als die bisherigen Formen des Erregers. Diese Mutationen haben sich mittlerweile in mindestens rund 50 Staaten weltweit verbreitet. Zudem gab Japan am Sonntag die Entdeckung einer weiteren Mutation bekannt, die aus dem brasilianischen Amazonasgebiet stammen soll. Diese Variante wird derzeit untersucht.

Schweiz Genf | Mike Ryan Stellvertretender Generaldirektor der WHO während Pressekonferenz
WHO-Experte Mike Ryan sieht trotz erster Impfstoffe noch einen langen Weg bis zur Bewältigung der PandemieBild: picture-alliance/KEYSTONE/S. Di Nolfi

Das zweite Jahr der Pandemie könnte laut WHO härter sein als das vergangene. Grund seien einige Aspekte der Virusausbreitung, sagte der stellvertretende Generaldirektor der WHO, Mike Ryan. Der Epidemiologe koordiniert für die WHO den Kampf gegen die Pandemie. Dies gelte insbesondere auf der Nordhalbkugel angesichts der neuen, ansteckenderen Varianten. Maria Van Kerkhove, ebenfalls Epidemiologin bei der WHO, verweist zudem auf die Folgen der Feiertage. "In einigen Ländern wird die Situation sehr viel schlimmer werden, bevor es besser wird", sagt sie.

Internationales Forscherteam in Wuhan eingetroffen

Mit tagelanger Verzögerung kann in China die Mission der WHO zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus beginnen. Das Expertenteam ist in der zentralchinesischen Metropole Wuhan angekommen, in der Ende 2019 der weltweit erste Corona-Infektionsherd festgestellt worden war. Aufnahmen des staatlichen chinesischen Fernsehsenders CGTN zeigten, wie die aus Singapur kommende Maschine mit den Fachleuten in Wuhan landete. Ursprünglich war der Beginn der Untersuchungen bereits für vergangene Woche geplant gewesen. Fehlende Genehmigungen von chinesischer Seite verzögerten das jedoch. Die WHO-Experten müssen sich wegen der strikten chinesischen Einreisebestimmungen zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Bei zwei Wissenschaftlern des WHO-Expertenteams verzögert sich die Einreise nach
China. Ihre 13 Kollegen seien bereits in der zentralchinesischen Provinzhauptstadt Wuhan angekommen, teilt die WHO über Twitter mit. Bei den beiden im Zwischenstopp Singapur verbliebenen Experten seien aber weitere Corona-Tests nötig. Beide seien positiv auf Antikörper getestet worden. Zuvor seien alle 15 Experten vor der Abreise aus ihren Heimatländern und in Singapur negativ auf das Coronavirus getestet worden. 

qu/rb (afp, rtr)