WM-Aus für Turn-Olympiasieger Uchimura

Der japanische Titelverteidiger Kohei Uchimura erlebt zu Beginn der Turn-WM in Montreal ein Drama. Auch für die deutschen Turner gibt es nach einem insgesamt enttäuschenden Auftakt in Kanada nicht viel zu feiern.

Kohei Uchimura humpelte enttäuscht aus der WM-Arena, der Top-Favorit musste seinen Sechskampf wegen einer Verletzung am linken Knöchel abbrechen. Der zweimalige Olympiasieger und sechsmalige Weltmeister im Mehrkampf ging nach dem Sprung noch an das nächste Gerät. Doch nach dem Barren hatten die Qualen für den kreidebleichen Japaner, der im Innenraum bei Gehversuchen immer wieder zusammensank und für ein Raunen im Olympic Stadium sorgte, ein Ende. Es ging einfach nicht mehr.

Damit reißt eine lange Serie, die wohl nie mehr ein Turner toppen kann: Seit 2009 hatte der "King Kohei" genannte Uchimura alle wichtigen Allround-Wettkämpfe gewonnen. So verzweifelt wie in Montreal hatte man den zurückhaltenden Asiaten zuvor noch nie auf einem Turner-Podium gesehen.

Damit wird es in Kanada auf jeden Fall einen neuen Titelträger im Sechskampf geben. Gute Aussichten auf Gold haben der Rio-Olympiazweite Oleg Wernjajew aus der Ukraine und der Kubaner Manrique Larduet als bislang Führender des Vorkampfs.

Enttäuschung bei Toba und Bretschneider

Kanada Turnen WM | Marcel Nguyen, Deutschland

Marcel Nguyen hat das Finale noch im Blick

Aus dem Lager der Deutschen blieben im Jahr eins nach Fabian Hambüchen nur Marcel Nguyen und Philipp Herder auf Finalkurs. Ex-Europameister Nguyen liegt vor dem vierten und letzten Qualifikationsdurchgang an seinem Paradegerät Barren mit 14,933 Punkten auf dem sechsten Platz. Die besten Acht pro Gerät ziehen in die Entscheidungen am Wochenende ein.

Sport | 22.02.2017

Herder, als Einziger aus der Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) an allen Geräten am Start, belegt im Mehrkampf zwischenzeitlich den 13. Rang (79,831 Punkte). In diesem Wettbewerb empfehlen sich 24 Athleten für das Finale am Donnerstag. Alle anderen deutschen Turner, darunter Olympia-Held Andreas Toba sowie Andreas Bretschneider, hatten schon direkt nach ihrem ersten Auftritt keine Chance mehr auf einen Finalplatz.

ck/kd (dpa, sid)

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