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Osako beschert Bremen die ersten Punkte

Sarah Wiertz
1. September 2019

Fünf Tore und eine Gelb-Rote Karte: Die erste Sonntagspartie am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga zwischen Werder Bremen und FC Augsburg ist unterhaltsam. Am Ende entscheidet ein Japaner mit zwei Toren die Partie.

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Fußball Bundesliga | Werder Bremen vs. FC Augsburg
Bild: picture-alliance/dpa/C. Jaspersen

Er steht nicht gerne im Mittelpunkt. Er redet nicht viel, und wenn er etwas zu sagen hat, dann ist seine Stimme leise, dabei lächelt er oft verlegen. Er hält sich an Regeln, fällt weder durch sein Benehmen noch mit seinem Verhalten auf. Einzig auf dem Fußballplatz hat er nichts dagegen, aufzufallen, herauszuragen, Schlagzeilen zu machen.

So wie am Sonntag, als er der beste Spieler auf dem Platz war und mit Werder Bremen den ersten Saisonsieg feierte - dank eines 3:2 (2:1)-Erfolgs gegen den FC Augsburg, dank seines Doppelpacks. Erst zum zweiten Mal gelangen dem Stürmer aus Japan in der Bundesliga zwei Tore in einem Spiel: Es ist immerhin sein sechstes Bundesligajahr.

Yuya Osako: vier Pflichtspiele, vier Tore

Seine Freude, seine Erleichterung, sein Stolz über seine Tore waren dem 29-Jährigen anzusehen. Er strahlte wie ein kleines Kind - erstmals nach fünf Minuten. Teamkollege Niklas Füllkrüg hatte den Ball gefühlvoll in den Lauf von Osako gechippt, der gegen FCA-Torwart Thomas Koubek nervenstark blieb und aus 16 Metern flach rechts in die  Ecke einschob (5.). Beim Stand von 2:2 entschied Osako mit einer sehenswerten Direktabnahme nach einer Flanke von links die Partie (67.). 

Vier Tore in vier Pflichtspielen, die Bilanz in dieser Saison ist beeindruckend. Im Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst erzielte er ein Tor, im zweiten Bundesligaspiel, beim 2:3 bei der TSG Hoffenheim, war er ebenfalls erfolgreich und nun die beiden Tore gegen Augsburg. In seinem zweiten Jahr bei Werder Bremen scheint Osako angekommen zu sein.

"Er ist locker geworden und weiß, dass ich sehr, sehr überzeugt von ihm bin und er ein gesetzter Stammspieler bei uns ist", meint Trainer Florian Kohfeldt, der auch im vergangenen Jahr den Offensivspieler vor Kritikern immer in Schutz genommen hat. Damals lief es nicht so gut für Osako, der im Alter von 24 Jahren erstmals nach Deutschland kam, um für den damaligen Zweitligisten TSV 1860 München zu spielen.

Yuya Osako profitiert vom Max-Kruse-Wechsel

Der omnipräsente Stürmer Max Kruse, der jetzt für Fenerbahce Istanbul in der Türkei spielt,  war gesetzt, Osako musste meist auf die Flügel ausweichen. Aufgrund von Länderspielen und Rückenprobleme kam er gerade mal auf 23 Pflichtspiele und fünf Tore.  Die Sommerpause jetzt scheint ihm gut getan zu haben. Ohne Verletzungsprobleme, ohne Nationalmannschaftstermine konnte er sich einige Wochen zusammen mit seiner Familie und dem neuen Familienzuwachs erholen.  

Werder Bremen - FC Augsburg Osako
Wendig, schnell, technisch versiert: Yuya OsakoBild: picture-alliance/dpa/C. Jaspersen

"Man merkt einfach, wie frisch er nach dem Urlaub ist", hatte Kohfeldt nach dem Trainingslager gesagt, der Osako immer wieder sein Vertrauen ausspricht: "Ich weiß, dass er nicht immer so gesehen wird, aber ich finde ihn überragend." Beim 1. FC Köln, für den Osako vier Jahre spielte, hat sich der japanische Nationalspieler erstmals einen Namen gemacht. Nach dessen Abstieg in die zweite Liga in der vergangenen Saison war er für eine Ablösesumme von fünf Millionen vom Rhein an die Weser gewechselt.

Bei der Integration geholfen: Kevin Möhwald

Vereinskollege Kevin Möhwald hat Osako bei der Integration in die Mannschaft unterstützt. "Ich muss Kevin loben. Er hat sich sehr um ihn gekümmert", erklärt Kohfeldt, der von Osakos "Entgegenkommen, dem Bälle festmachen und Aufdrehen" begeistert ist. "Er wird seine sehr gute Saison spielen", prophezeit Trainer Kohfeldt."Er ist selbstbewusst, dabei trotzdem sehr konzentriert. Er ist ein Unterschiedsspieler in der Bundesliga."

Nicht nur der Trainer, auch seine Heimatstadt ist stolz auf Yuya Osako. In Minamisatsuma gibt es seit Sommer diesen Jahres ein Stadion, das nach ihm benannt wurde: Osako Yuya Stadium.

DW Kommentarbild Sarah Wiertz
Sarah Wiertz Teamleiterin Sport Online