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Politik
James Jeffrey lk
24. Oktober 2016
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1974 erhoben sich die Äthiopier gegen ihren Kaiser Haile Selassie, der Äthiopien 14 Jahre lang regierte. Eine Militärregierung übernahm die Macht. Äthiopien wurde zum sozialistischen Staat und näherte sich nach und nach an die Sowjetunion an. Banken, Versicherungen, Grundbesitz und Industrie wurden verstaatlicht.

Doch die Militär-Herrschaft unterschied sich kaum von der des Kaisers: Nach wie vor wurden die Völker Äthiopiens ausgebeutet, entrechtet und unterdrückt. Machthaber und Diktator Mengistu Haile Mariam erhielt bald den Beinamen "schwarzer Stalin". Die Jahre von 1977 bis 1987 gingen als "Roter Terror" in die Geschichte des Landes ein: Mengistu stellte die Opposition kalt und ließ etliche vermeintliche Revolutionsgegner umbringen. Menschenrechtsorganisationen sprechen von mindestens einer halben Million Todesopfer.

Schließlich begehrten neun der vierzehn unterdrückten Provinzen auf. Im Jahr 1991 nahmen verschiedene Befreiungsbewegungen die Hauptstadt Addis Abeba ein und stürzten das sozialistische System. Damit endete der Bürgerkrieg, der das Land 30 Jahre lang gelähmt hatte und der 1961 mit dem Unabhängigkeitsbestreben Eritreas begonnen hatte. Mengistu floh mit rund 3000 weiteren DERG-Mitgliedern und erhielt Asyl in Simbabwe.

Noch heute erinnern in Äthiopien öffentliche Schauplätze und Museen an das kommunistische Regime.