USA

US-Republikaner offen für strengeres Waffengesetz

Nach dem Massaker von Las Vegas bahnt sich bei den Republikanern ein Umdenken in der Diskussion um ein verschärftes Waffenrecht an. Doch wie positioniert sich in den USA die mächtige Waffenlobby NRA?

Bump Stock Waffe USA (Getty Images/G.Frey)

Es ist wieder der einflussreiche Präsident des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, der den Akzent setzt. Er schloss sich der Forderung an, ein Verkaufsverbot für sogenannte "Bump Stocks" zu prüfen. Der Verkauf automatischer Waffen ist in den USA seit den 1980er Jahren weitgehend verboten - die Vorrichtung zur Umrüstung einer halbautomatischen Waffe, eben besagter "Bump Stock", ist aber legal zu erwerben. "Bis zu dieser Woche wusste ich überhaupt nicht, was das ist", sagte Ryan im Hörfunk. Der republikanische Senator Ron Johnson aus Wisconsin erklärte, er habe kein Problem damit, solche Vorrichtungen zu verbieten. Die Republikaner verfügen nur über zwei Stimmen Mehrheit im Senat. Die Demokraten sind ohnehin mehrheitlich für strengere Waffenkontrollgesetze.

Bump Stock Waffe USA (Getty Images/G.Frey)

Mit einem "Bump stock" (l.) wird aus einer halbautomatischen eine automatische Waffe

Unter den 50 sichergestellten Schusswaffen des Attentäters von Las Vegas waren nach Angaben der Ermittler zwölf mit "Bump Stocks" nachgerüstet. Auf diese Weise konnte Stephen Paddock mit einer Waffe bis zu 900 Schuss pro Minute abgeben. Von einem Hotelzimmer aus hatte er am späten Sonntagabend während eines Freiluftkonzerts 58 Menschen erschossen und 489 verletzt, bevor er sich nach Angaben der Polizei selbst das Leben nahm.

Paul Ryan USA (Reuters/J.Roberts)

Der einflussreiche Republikaner Paul Ryan fordert, über ein Verkaufsverbot für "Bump Stocks" nachzudenken

NRA stellt sich überraschenderweise nicht quer

Auch die mächtige Waffenlobby NRA signalisierte ein Entgegenkommen. Die US-Behörden müssten "sofort" überprüfen, ob die Vorrichtung zur Umrüstung von halbautomatischen auf vollautomatische Waffen "dem Bundesgesetz entspreche", erklärten die Chefs der National Rifle Association, Wayne La Pierre und Chris Cox. Sie gingen davon aus, dass eine "verstärkte Kontrolle" nötig sei. Üblicherweise lehnt die NRA Restriktionen vehement ab.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, begrüßte das Verhalten. Präsident Donald Trump hatte sich nach der Tat grundsätzlich offen für Gespräche über das in den USA überaus laxe Waffenrecht gezeigt. "Wir werden im weiteren Verlauf der Zeit über die Waffengesetze sprechen", sagte er. Sein Vorgänger Barack Obama war mit diversen Anläufen zur Verschärfung des Waffenrechts stets am Widerstand der Republikaner im Kongress gescheitert.

se/qu (rtr, ap, afp, dpa)

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