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Pentagon storniert Großauftrag an Microsoft

6. Juli 2021

Pech für den Software-Riesen: Nach der umstrittenen Vergabe eines milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrags an Microsoft will das US-Verteidigungsministerium den Vertrag nun auflösen.

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Herber Rückschlag für den Microsoft-Konzern (Archivbild)Bild: picture-alliance/AP Photo/M. Euler

Der seit langem verzögerte Auftrag erfülle wegen "sich verändernder Anforderungen" nicht mehr den Bedarf des Militärs, teilte das amerikanische Verteidigungsministerium mit. Die Schritte zur Vertragsauflösung für das Projekt Joint Enterprise Defense Infrastructure Cloud (Jedi) seien eingeleitet worden. 

Im Rennen um den Auftrag für die Modernisierung der IT-Infrastruktur des Ministeriums hatte sich Microsoft Ende 2019 durchgesetzt, obwohl lange Zeit die Sparte Amazon Web Services (AWS) des weltgrößten Online-Händlers als Favorit gegolten hatte. Amazon klagte daraufhin, weil es angesichts der eher feindseligen Haltung des damaligen Präsidenten Donald Trump gegenüber dem Unternehmen politische Einflussnahme vermutete.

Neue Ausschreibung

Nun erklärte das Ministerium, man werde den Auftrag nun neu ausschreiben und für weitere Cloud-Dienste Angebote von Microsoft und AWS einholen. Die beiden Anbieter seien die einzigen, die den Anforderungen des Pentagons gerecht werden könnten. Etwa im April 2022 solle dann eine Entscheidung fallen. Die Microsoft-Aktie gab an der US-Technologiebörse Nasdaq um 0,6 Prozent nach.

Bei dem Jedi-Projekt handelt es sich um den Aufbau eines Cloud-Systems, mit dem Informationen aller Zweige der Streitkräfte in einem System unter Einsatz künstlicher Intelligenz ausgetauscht werden sollen.

Der ursprüngliche Vertrag hatte ein Volumen von rund 10 Milliarden US-Dollar (derzeit 8,4 Milliarden Euro) für einen Zeitraum von zehn Jahren. Neben der finanziellen Komponente galt der Jedi-Auftrag auch als ein Prestigeprojekt, das den ausführenden Unternehmen den Zugang zu weiteren Regierungsaufträgen hätte erleichtern können. 

kle/qu (dpa, rtr)