Polizeiautos brennen bei Gelbwesten-Protest im Brüsseler Europaviertel

Nach Protesten in Frankreich gingen auch in Brüssel mehrere Hundert Menschen in Warnwesten auf die Straße. Am Rande der Proteste brannten nur wenige hundert Meter von der Europäischen Kommission zwei Polizeiautos aus.

Nun ist der Gelbwesten-Protest auch auf Belgien übergesprungen: Mehrere Stunden lang blockierten Demonstranten Straßen des Brüsseler Europaviertels und verursachten ein Verkehrschaos. Wie auch die Protestler in Frankreich beklagten sie unter anderem hohe Sprit- und Lebenshaltungskosten. Was als unangemeldete, aber friedliche Demonstration begann, die vorher groß in den sozialen Netzwerken angekündigt worden war, schlug in Gewalt um, als Vermummte versuchten die Polizeilinien zu durchbrechen. 

Mindestens zwei Polizeiautos wurden angezündet sowie Objekte, Steine und Knallkörper geworfen. "Nachdem Demonstranten damit begannen, haben wir Wasserwerfer eingesetzt", erklärte ein örtlicher Polizeisprecher.

Die Polizei nahm um die 60 Menschen fest. Am Abend teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass im Zusammenhang mit den Protesten gegen drei Personen ermittelt werde, denen Straftaten wie Vandalismus, Waffen- und Drogenbesitz vorgeworfen würden. Wer die Polizeiautos angezündet habe, war den Angaben zufolge noch unklar. 

Verkehrschaos im Zentrum der belgischen Hauptstadt

Belgiens Premierminister Charles Michel sicherte den Sicherheitskräften auf Twitter seine Unterstützung zu. Die Täter müssten bestraft werden. Sein Stellvertreter Jan Jambon bezeichnete die Gewalt als unverständlich und skandalös.

Politik | 25.11.2018

Seit Mitte November gehen in Frankreich immer wieder Zehntausende Menschen aus Protest gegen steigende Spritkosten und die Reformpolitik der Regierung in gelben Warnwesten auf die Straße. Auch an diesem Samstag werden wieder Tausende Demonstranten in Paris erwartet. Die Polizei setzte bereits Tränengas gegen Aktivisten ein, die eine Sperre durchbrechen wollten. Zwei Menschen wurden wegen Besitzes von verbotenen Waffen festgenommen. Frankreichs Regierung befürchtet weitere Ausschreitungen.

ie/qu (ap,rtr,dpa)

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