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Politik

Trump will virtuelles TV-Duell boykottieren

8. Oktober 2020

Weil US-Präsident Donald Trump nach seiner Coronavirus-Infektion noch ansteckend sein könnte, soll das nächste TV-Duell mit seinem Kontrahenten Joe Biden virtuell ausgetragen werden. Doch darauf hat Trump keine Lust.

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USA Washington | Pressekonferenz | Donald Trump
Bild: picture-alliance/dpa/C. Kleponis

Der Wechsel zu einem derartigen Format sei inakzeptabel, sagte US-Präsident Donald Trump dem Fernsehsender "Fox Business". Er werde seine Zeit "nicht mit einer virtuellen Debatte verschwenden".

Eigentlich soll das TV-Duell am Donnerstagabend (Ortszeit) kommender Woche über die Bühne gehen. Unmittelbar vor Trumps Absage hatte die zuständige unabhängige Kommission CPD angekündigt, bei der Debatte würden sich die beiden Kandidaten aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht persönlich gegenüberstehen können.

Trump und Biden sollten demnach an unterschiedlichen Orten auftreten und online zusammengeschaltet werden. Moderator Steve Scully und Gäste sollten hingegen am geplanten Veranstaltungsort in Miami im Bundesstaat Florida zusammenkommen.

Trump will stattdessen vor Anhängern auftreten

Das Duell war zuletzt zunehmend umstritten, weil sich Trump von einer COVID-19-Erkrankung erholt und noch ansteckend sein könnte. Der Republikaner hatte das zurückgewiesen und erklärt, er freue sich auf den Termin. Der Demokrat Biden sprach sich gegen eine Fernsehdebatte aus, solange Trump noch erkrankt beziehungsweise infektiös sei.

USA Präsidentschaftswahlen TV Debatte Trump Biden
Trump und Biden beim ersten TV-Duell Ende SeptemberBild: Jonathan Ernst/Reuters

Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien kündigte inzwischen an, statt des TV-Duells wolle der Präsident nun vor Anhängern auftreten. Das neue Format sei nur eine "traurige Entschuldigung" dafür, dass man Biden helfen wolle. Schließlich hätte Trump vor dem Duell mehrmals negativ auf das Coronavirus getestet werden können.

Verschiebung?

Nur Stunden nach Trumps Absage regte sein Wahlkampfteam eine Verschiebung an. Um eine direkte Gegenüberstellung der Kandidaten in einem Raum zu ermöglichen, solle die für den 15. Oktober geplante Debatte um eine Woche verschoben werden auf das Datum der geplanten dritten Debatte, den 22. Oktober. Die dritte Debatte wiederum solle um eine Woche auf den 29. Oktober verschoben werden. Das wäre nur fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl am 3. November.

Biden in Umfragen vorn

Bei ihrem ersten Fernsehduell am 29. September hatten sich beide Kontrahenten einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Kurz danach wurde Trump positiv auf das Coronavirus getestet und drei Tage in einem Militärkrankenhaus behandelt. Er kehrte am Montag ins Weiße Haus zurück.

Biden wurde wiederholt negativ auf das Coronavirus getestet. Er liegt in Umfragen derzeit etwa zehn Prozentpunkte vor Trump. Die Präsidentenwahl findet am 3. November statt.

gri/uh (dpa, rtr, afp)