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"Ärzte ohne Grenzen" zurück in den Jemen?

19. August 2016

Nach dem angekündigten Abzug der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" will das arabische Militär die Ärzte bewegen, im Land zu bleiben. Untersuchungen sollen nun den Luftangriff aufklären, der zum Abzug der Ärzte führte.

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Ärzte ohne Grenzen verlassen den Jemen Foto: picture-alliance/dpa/Y. Arhab
Bild: picture-alliance/dpa/Y. Arhab

So berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur, die Allianz wolle ein dringendes Treffen mit "Ärzte ohne Grenzen" abhalten, um die Mediziner im Land zu halten. Mit der Organisation solle rasch darüber beraten werden, wie man zusammen diese Situation lösen könne.

Unterdessen hat die Hilfsorganisation ihre Bereitschaft zum Kontakt zum saudisch-geführten Militärbündnis angezeigt. "Wir unterbrechen den Dialog mit der saudischen Koalition nicht, wir sind bereit mit ihnen zu sprechen", sagte die Chefin der Einsatzplanung, Isabelle Defourny, in Paris.

"Ärzte ohne Grenzen" hatte angekündigt, ihr Personal aus sechs Krankenhäusern auszufliegen. Als Grund wurden die willkürlichen Bombardements und nicht immer eingehaltene Zusicherungen des saudisch geführten Militärbündnisses angeführt.

Auslöser des Abzugs war der Luftangriff auf ein Krankenhaus in der Provinz Hadscha, bei dem nach Angaben der Hilfsorganisation 19 Menschen getötet wurden, darunter ein Mitarbeiter der Organisation. Es war bereits der vierte und bislang folgenschwerste Angriff auf ein von der Hilfsorganisation geleitetes Krankenhaus im Jemen. Die arabische Armeeallianz drückte ihre "extreme Trauer" über die Entscheidung von "Ärzte ohne Grenzen" aus. Man schätze die Arbeit der Organisation im Jemen unter den schwierigen Umständen, heißt es aus Militärkreisen.

Ärzte ohne Grenzen verlassen den Jemen Foto: picture-alliance/dpa/Y. Arhab
Erste Mitarbeiter der Organisation von "Ärzte ohne Grenzen" verlassen den JemenBild: picture-alliance/dpa/Y. Arhab

Der Druck auf die arabische Militärkoalition wächst und der jüngste offensichtliche Fehlangriff scheint nun intern ein Nachspiel zu haben. Zumindest betonte die Militärführung, sie setze im Jemen sehr zielsichere, durch Laser oder GPS gesteuerte Waffen ein und überprüfe vor Angriffen jedes Ziel mehrfach, um zivile Opfer zu vermeiden. Ein Ermittlerteam untersuche jetzt den Angriff auf das Krankenhaus sowie auf eine Koranschule in der Provinz Saada, bei der nach Informatione von "Ärzte ohne Grenzen" in der vergangenen Woche zehn Kinder getötet wurden.

Gespaltenes Land

Seit März 2015 unterstützt Saudi-Arabien mit seinen Verbündeten den international anerkannten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi mit Luftangriffen im Kampf gegen die Huthi-Rebellen. Die Rebellen kontrollieren die Hauptstadt Sanaa und einen großen Teil des Nordens.

cgn/stu (afp, dpa, epd, rtre)